Er komponierte die "Shining"-Filmmusik: Krzysztof Penderecki (†86) gestorben

Krakau - Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 86 Jahren in Krakau (Kraków), wie die Agentur PAP unter Berufung auf seine Ehefrau berichtete. 

Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki, aufgenommen im Mai 2012, bevor er mit dem Viadrina-Preis der Europa-Universität Viadrina geehrt wurde. Penderecki starb nun im Alter von 86 Jahren.
Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki, aufgenommen im Mai 2012, bevor er mit dem Viadrina-Preis der Europa-Universität Viadrina geehrt wurde. Penderecki starb nun im Alter von 86 Jahren.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Penderecki wurde in jungen Jahren der Avantgarde zugeschrieben, wandte sich aber später wieder mehr traditionellen Formen zu. Eine seiner bekanntesten Kompositionen widmete er den Opfern des Atombombenangriffs von Hiroshima. 

Seine ausdrucksstarke Musik wurde in zahlreichen Filmen verwendet, darunter Horrorklassikern wie "Shining" und "Der Exorzist". Er galt als wichtigster polnischer Komponist der Gegenwart.

Penderecki wurde am 23. November 1933 in Debica bei Krakau als Sohn eines musikbegeisterten Anwalts geboren. Er erhielt in frühen Jahren Violin- und Klavierunterricht und studierte später Komposition an der Krakauer Staatsakademie. 

Aufsehen erregte er, als er 1959 beim Warschauer Wettbewerb junger polnischer Komponisten anonym drei Stücke einreichte und alle drei zu vergebenden Preise gewann. 

Sein Orchesterwerk "Anaklasis" wurde 1960 in Deutschland uraufgeführt und sicherte ihm einen festen Platz in der Neuen Musik.

Lange Künstlerfreundschaft mit Anne-Sophie Mutter

Oktober 2011: Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki dirigiert in Peking das chinesische Symphonieorchester. 
Oktober 2011: Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki dirigiert in Peking das chinesische Symphonieorchester.  © Diego Azubel/EPA/dpa

Seinen 85. Geburtstag hatte Penderecki noch mit einem eigenen Musikfestival in Warschau und Weggefährten aus aller Welt gefeiert. Mit der deutschen Violinistin Anne-Sophie Mutter verband ihn eine lange und intensive Künstlerfreundschaft, deren Ergebnis unter anderem in dem Album "Hommage à Penderecki" festgehalten wurde.

"Jedes Stück, das er für mich schrieb, hat mich herausgefordert und zutiefst bewegt", teilte sie am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mit.

"Mit seiner Schaffenskraft prägte er eine ganze Epoche der polnischen und der Weltkultur", schrieb der polnische Präsident Andrzej Duda bei Twitter über den musikalischen Avantgardisten. 

Er erinnerte daran, dass bei den Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs im vorigen September das "Polnische Requiem" des Künstlers erklungen war.

Das Monumentalwerk thematisiert die tragischen wie die erhabenen Momente der Geschichte des Landes. Der Komponist hatte es seit der Uraufführung 1984 immer wieder um neue Passagen ergänzt, beispielsweise in Erinnerung an Papst Johannes Paul II. 

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki betonte: "Penderecki hat sein ganzes Leben dem gewidmet, was er am meisten liebte - der Musik."

Dresdner Philharmonie trauert um Penderecki

Auch die Dresdner Philharmonie trauert um den polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki und würdigte ihn als "einen der einflussreichsten Komponisten der vergangenen Jahrzehnte". Er habe "zweifellos den Kompositionsstil einer ganzen Ära der zeitgenössischen Musik mitgeprägt", sagte Chefdirigent Marek Janowski am Sonntag laut Mitteilung des Orchesters. Seine Werke seien einem großen Publikum bekannt und vertraut. "Sein Tod macht mich sehr betroffen."

Die Dresdner Philharmonie spielte regelmäßig Pendereckis Werke in ihren Konzerten. Noch Anfang März sollte der Maestro wieder in der Elbestadt am Pult stehen und sein concerto grosso für drei Violoncelli und Orchester dirigieren. Er musste jedoch kurzfristig absagen. 

Zuletzt war Penderecki in der Saison 2017/2018 Composer in Residence, wo unter anderen seine Sinfonie Nr. 6 "Chinesische Lieder" Europäische Erstaufführung feierte.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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