Ex-Nationalspieler erklärt, welche rassistischen Beleidigungen er erleben musste

Düsseldorf - Der frühere Fußball-Nationalspieler David Odonkor hat als Kind einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters schon früh mit rassistischen Beleidigungen Erfahrung gemacht.

David Odonkor (36), spielte für die deutsche Nationalmannschaft, wurde in Westfalen geboren und musste sich bereits als Kind rassistisch beleidigen lassen.
David Odonkor (36), spielte für die deutsche Nationalmannschaft, wurde in Westfalen geboren und musste sich bereits als Kind rassistisch beleidigen lassen.  © Henning Kaiser/dpa

"Die ersten drei, vier Jahre in der Schule waren einfach sehr, sehr bitter für mich. Ich wurde von den anderen Kindern geschubst und beleidigt. An eine Situation kann ich mich noch gut erinnern. Einer der älteren Jungen kam zu mir und fragte: 'Ey du Neger, was willst du?' Das habe ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich konnte mich irgendwann nur noch mit Fäusten dagegen wehren", sagte der Ex-Profi der "Rheinischen Post".

Nach Einschätzung des im westfälischen Bünde geborenen Odonkor habe sich daran auch heute kaum etwas geändert. Seinen Neffen gehe es heute in der Schule "genauso wie mir damals", meinte der WM-Teilnehmer von 2006. 

"Selbst wenn sie den Streit nicht angefangen haben, werden sie als Täter dargestellt – nur, weil ein Weißer das behauptet. Das darf doch nicht sein!", sagte der 36-Jährige.

Offener Rassismus immer wieder erlebt

Ihn selbst betreffe das heute eher weniger. "Da gibt es aber auch andere Beispiele: Als meine Schwester nach einem Haus gesucht hat, wurde ihr die Türe geöffnet, sie wurde angeschaut und die Dame sagte nur: ,Nein, sorry, wir vermieten nicht an Sie.'", sagte Odonkor. 

"Das ist Rassismus und geht einfach nicht."

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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