Greta Thunberg geht auf die Barrikaden: "EU verrät ihre eigenen Klimaziele"

Brüssel - "Ihr habt uns erneut enttäuscht", lauten die harten Worte mehrerer Klima-Aktivisten gegenüber der Europäischen Union. Greta Thunberg und Co. setzen sich gegen einen neuen EU-Deal zur Wehr.

Greta Thunberg: Ihr Vertrauen in die Anführer Europas schwindet immer mehr.
Greta Thunberg: Ihr Vertrauen in die Anführer Europas schwindet immer mehr.  © Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Verrät die EU ihre eigenen Klimaziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen? Geht es nach Greta Thunberg, lautet die Antwort eindeutig "Ja".

"Ihr habt uns erneut enttäuscht, als Ihr für einen schmutzigen Deal gestimmt habt, der nicht nur Eure Verpflichtungen gegenüber dem Pariser Abkommen, sondern auch gegenüber Gerechtigkeit und Demokratie verrät", heißt es in einem offenen Brief, der bislang bereits mehr als 100 Unterschriften bekommen hat.

Hintergrund ist eine Veränderung der Gemeinsamen Agrarpolitik (Common Agricultural Policy) der Europäischen Union. Diese definiert verschiedene Regeln für die Landwirtschaft in den Mitgliedsländern.

"Ein Deal, der durch einen Kompromiss im Hinterzimmer vereinbart wurde - ein Deal, den Ihr anscheinend mit allen Anstrengungen unternommen habt, um Greenwash zu betreiben", lautet der Vorwurf der jungen Aktivisten. "Wir hoffen jetzt, dass die Europäische Kommission die Entscheidung trifft, diesen Vorschlag vollständig zurückzuziehen."

Thunberg scheint die Petition sehr wichtig zu sein. Auf ihren Social-Media-Kanälen teilte sie einen Link, der direkt zu dem offenen Brief führt. Dazu rief sie ihre Anhänger auf, den Brief ebenso zu unterschreiben.

"Sie bitten uns, Ihnen zu vertrauen, aber wie können wir Ihnen vertrauen, wenn Sie Versprechungen machen, nur um sie zu brechen?", so eine der Fragen der Klima-Aktivisten im Brief.

In der Vergangenheit hatte die Europäische Union mehrfach versprochen, Europa bis 2050 "klimaneutral" zu gestalten und dabei zu helfen, den globalen mittleren Temperaturanstieg auf weit unter 2 Grad zu begrenzen. Ob dieses ambitionierte Ziel jedoch erreicht werden kann, bleibt weiterhin fraglich.

Titelfoto: Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

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