Hätte das jemand gedacht? Greta Thunberg meldet bittere Wahrheit

Stockholm (Schweden) - Sie drückt den Finger tief in die Wunde: Klimawandel-Aktivistin Greta Thunberg (17) meldet sich Mittwochmittag auf Twitter und verbreitet dort eine Wahrheit, die wirklich bitter ist. 

Brüssel, Anfang März: David Sassoli, Präsident des Europäischen Parlaments, schüttelt Greta Thunberg, schwedische Klimaaktivistin, bei der Ankunft zu einer Sitzung des Umweltrates im Europäischen Parlament die Hand.
Brüssel, Anfang März: David Sassoli, Präsident des Europäischen Parlaments, schüttelt Greta Thunberg, schwedische Klimaaktivistin, bei der Ankunft zu einer Sitzung des Umweltrates im Europäischen Parlament die Hand.  © Olivier Matthys/AP/dpa

Ausgerechnet der ambitionierte "European Green Deal" ist diesmal Ziel ihrer Kritik. 

Das am 11. Dezember 2019 von der Europäischen Kommission vorgestellte Konzept, das unter der Führung von Ursula von der Leyen (61) erarbeitet wurde, sieht eine Klimaneutralität Europas im Jahr 2050 vor.

Doch Greta Thunberg bezieht sich in ihrem aktuellen Tweet auf einen neuen Artikel der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die in dieser Woche eine sehr unangenehme Analyse vorgestellt hat. 

Demnach hat die Europäische Zentralbank (EZB) zwischen Mitte März und Mitte Mai 2020 im Rahmen ihrer Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie Unternehmensanleihen im Wert von fast 30 Milliarden Euro gekauft. 

Allein 7,6 Milliarden Euro sollen in der Zeit in Form von Finanzspritzen in fossile Brennstoffe geflossen sein. Thunberg zitiert diesen Teil der Studie und schreibt: "Erlaubt mir an der Seriosität des sogenannten 'grünen' Rettungsplans zu zweifeln..."

Dieser neue Tweet von Greta Thunberg dürfte vielen nicht gefallen

Angesichts dieser Analyse dürfte die 17-Jährige nicht die einzige bleiben, die an dem European Green Deal zweifelt. Doch auch Greenpeace hat weitere schlechte Nachrichten für diejenigen, die auf ein klimaneutrales Europa hoffen.

So schreiben die Umweltschützer, dass alle von der EZB getätigten Käufe von Vermögenswerten einen massiven Einfluss auf die Industrie für fossile Brennstoffe haben würden.

Das von der EZB 2014 als Reaktion auf die Eurokrise eingeleitete Programm zum Ankauf von Vermögenswerten soll sich laut der Umweltorganisation als erheblich destruktiv für die Klimabemühungen erwiesen haben. 

Bleibt zu hoffen, dass sich die EU-Kommission diese Kritik genau ansieht und entsprechende Änderungen einleitet. 

Titelfoto: Olivier Matthys/AP/dpa

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