In Indien werden Bilder von Greta Thunberg verbrannt: Was steckt dahinter?

Delhi (Indien) - Nach der Solidarisierung von Greta Thunberg (18) mit den protestierenden Bauern in Indien kam es in der Stadt Delhi zu unschönen Szenen.

Ein Tweet von Greta Thunberg (18) kam bei einigen Indern gar nicht gut an.
Ein Tweet von Greta Thunberg (18) kam bei einigen Indern gar nicht gut an.  © Virginia Mayo/AP/dpa, flukesamed/123RF

Wie die Welt berichtet, wurden in Delhi Bilder, auf denen die schwedische Klimaaktivistin zu sehen ist, verbrannt.

Hinter der Aktion stecken offenbar indische Nationalisten, die die Äußerungen von ausländischen Prominenten wie Rihanna oder Thunberg als Einmischung in innere Angelegenheiten betrachten.

Ein Foto zeigt, wie ein Einheimischer ein Poster der 18-Jährigen in der Hand hält, während ein anderer Mann es mit einem Feuerzeug anzündet.

"Wir stehen in Solidarität mit den Bauernprotesten in Indien", hatte Thunberg zuvor auf Twitter geschrieben und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Mehrere Farmer und Patrioten interpretierten die Tweets als internationale Einmischung. Auch Bilder der Sängerin Rihanna seien verbrannt worden, heißt es.

Unterdessen geht der landesweite Protest gegen die Agrarreformen der Regierung weiter. Die Bauern blockierten mehrere Autobahnabschnitte mit ihren Traktoren.

Protest in Delhi: Bilder von Greta Thunberg angezündet und verbrannt

Die Regierung unter Premierminister Narendra Modi strebt eine Deregulierung der Märkte an und will damit private Investitionen in der Landwirtschaft fördern.

Durch den Wegfall von Preisgarantien befürchten die Bauern einen zunehmenden Preisverfall und einen damit einhergehenden Verlust ihrer Lebensgrundlagen. Die Regierung meint hingegen, das Gegenteil sei der Fall, da die Erzeuger auf den freien Märkten höhere Gewinne erzielen könnten.

Titelfoto: Virginia Mayo/AP/dpa, flukesamed/123RF

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