Greta Thunberg schlägt zurück: "Die EU betrügt mit Zahlen - und stiehlt unsere Zukunft"

Schweden/Deutschland - Greta Thunberg (17) meldet sich am Sonntagabend mit einem Paukenschlag auf Twitter zurück. 

Greta Thunberg (17) und andere protestieren Ende September vor dem schwedischen Parlament Riksdagen in Stockholm.
Greta Thunberg (17) und andere protestieren Ende September vor dem schwedischen Parlament Riksdagen in Stockholm.  © Janerik Henriksson/TT News Agency/AP/dpa

Die Klimawandel-Aktivistin hat zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Luisa Neubauer (24), Adélaïde Charlier (19) und Anuna de Wever van der Heyden (19) einen langen Text erarbeitet und auf medium.com veröffentlicht. Dessen provokanter Titel: "Die EU betrügt mit Zahlen - und stiehlt unsere Zukunft".

Dass sich Thunberg und "Fridays for Future" insgesamt um ihre Zukunft betrogen fühlen, ist nicht neu. Der jetzt erschienene Text, den das Quartett zusammengestellt hat, allerdings schon.

Auf Twitter schreibt Thunberg zu der Arbeit: "Da es sonst niemanden zu interessieren schien, mussten wir die Recherche selbst durchführen. Unsere Zukunft steht am Ende schließlich auf dem Spiel."

Zu Beginn des Aufsatzes der vier jungen Frauen heißt es: 

"Wir vier sind in den letzten zwei Jahren mit einigen führenden Politikern der Welt zusammengetroffen und Ihr werdet wahrscheinlich überrascht sein, einige der Dinge zu hören, die sie sagen, wenn die Kameras und Mikrofone ausgeschaltet sind."

Und weiter: " Wir könnten viele Artikel darüber schreiben. Und vertraut uns - wir werden."

Greta Thunberg und ihre Kolleginnen liefern Argumente

Berlin, am 25. September: Klimaschützerin Luisa Neubauer von Fridays for Future spricht bei der Demonstration im Rahmen eines internationalen Klimaprotesttages für mehr Tempo im Kampf gegen die Klimakrise.
Berlin, am 25. September: Klimaschützerin Luisa Neubauer von Fridays for Future spricht bei der Demonstration im Rahmen eines internationalen Klimaprotesttages für mehr Tempo im Kampf gegen die Klimakrise.  © Kay Nietfeld/dpa

An anderer Stelle schreiben die vier Aktivistinnen: "Die Zeit für 'kleine Schritte in die richtige Richtung' ist lange vorbei und doch ist dies bestenfalls genau das, was unsere Führungskräfte erreichen wollen. Sie stehlen buchstäblich unsere Zukunft direkt vor unseren Augen."

Demnach seien die Klimaziele des Übereinkommens von Paris nicht mit den CO2-Emissionsminderungszielen der EU bis 2030 zu erreichen. 

Die Klimawandel-Aktivistinnen prangern an: "Unsere Demokratie ist völlig davon abhängig, dass die Bürger über Themen informiert werden, die sie betreffen und es ist - gelinde gesagt - ziemlich beunruhigend, dass darüber nicht genau berichtet wird..."

In dem Text haben Greta Thunberg und ihre drei Kolleginnen dann eine Reihe von Punkten zusammengestellt. Diese sollen dabei helfen, das Anliegen zu verdeutlichen. 

Ein Argument in dem Aufsatz lautet, vereinfacht ausgedrückt, dass die EU ihre meisten CO2-Reduktionen dadurch erreicht habe, dass sie ihre Firmen aus Europa auf andere Kontinente verlegt habe. 

"Eine europaweit angewandte Methode"

In dem Artikel schreiben die Vier: "Sie haben sie [die CO2-Emissionen] einfach exportiert oder mit der kreativen CO2-Abrechnung versteckt - eine europaweit angewandte Methode."

Die Klimaschützerinnen argumentieren: 

"Die vorgeschlagenen Reduktionen umfassen weder die internationale Luftfahrt, die Schifffahrt noch den Verbrauch von außerhalb der EU hergestellten Waren."

Und weiter: "Wenn Euer Laptop beispielsweise in China hergestellt wird, Eure Schuhe in Indonesien, Eure Jeans in Bangladesch, Eure Jacke in Indien, Euer Kaffee in Kenia, Euer Smartphone in Südkorea und Euer Rindfleisch in Brasilien - dann wird im Grunde nichts davon angezeigt als Emissionen innerhalb der EU."

Den kompletten Artikel der vier Frauen könnt Ihr hier lesen. Da er sehr umfangreich ist, konnten hier nur einige wenige Argumente angerissen werden. Es lohnt sich daher den gesamten Text zu lesen. Dieser liegt derzeit in Englisch vor. 

Titelfoto: Janerik Henriksson/TT News Agency/AP/dpa

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