Zwei Jahre Klimastreik! Greta und Luisa: "Die Zeit läuft uns davon"

Schweden/Deutschland - Leugnet eine von Krisen geschüttelte Welt nach zwei Jahren Schulstreik fürs Klima noch immer den Klimawandel? Ja, meinen die internationalen Klima-Ikonen.

Luisa Neubauer (l.) und Greta Thunberg zusammen im Hambacher Forst (NRW) im August 2019.
Luisa Neubauer (l.) und Greta Thunberg zusammen im Hambacher Forst (NRW) im August 2019.  © Oliver Berg/dpa

So ein zweijähriges Jubiläum müsste eigentlich ausgiebig zelebriert werden, doch Greta Thunberg sieht derzeit offenbar wenig Anlass zum Feiern.

Am 20. August 2018 begann die junge Schwedin erstmals mit ihrem Klimastreik, indem sie vor dem Parlamentsgebäude in Stockholm demonstrierte.

Aus einer Person wurde innerhalb weniger Monate eine Massenbewegung, der sich nicht nur zahlreiche Jugendliche, sondern auch Menschen älterer Generationen anschlossen.

Doch was haben "Fridays for Future" und Co. nun eigentlich erreicht? "Wir können so viele Treffen und Demos veranstalten, wie wir wollen, aber der Wille zur Veränderung ist nirgends in Sicht", so das erdrückende Fazit der Klima-Aktivistinnen Greta Thunberg, Luisa Neubauer, Anuna De Wever und Adélaïde Charlier.

In einem Gastbeitrag für den Guardian schreiben sie: "Die Kluft zwischen dem, was wir tun müssen und dem, was tatsächlich getan wird, vergrößert sich von Minute zu Minute."

Zwar seien viele Millionen Menschen auf die Straße gegangen und das Europäische Parlament habe 2019 einen "Klima- und Umweltnotstand" ausgerufen, jedoch seien in den letzten zwei Jahren weltweit 80 Gigatonnen CO2 ausgestoßen worden.

"Wir haben weltweit anhaltende Naturkatastrophen gesehen: Waldbrände, Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Auftauen von Permafrost, Einsturz von Gletschern und das Kollabieren ganzer Ökosystemen. Viele Leben und Lebensgrundlagen sind verloren gegangen. Und das ist nur der Anfang", so die düstere Zukunftsprognose der jungen Frauen.

Klima-Ikonen: Krise kann noch aufgehalten werden, aber die Zeit läuft uns davon

"Die Klimakrise wird auf unzähligen Panels und Gipfeln diskutiert. Es werden Verpflichtungen eingegangen, große Reden gehalten. Wenn es jedoch um Maßnahmen geht, sind wir immer noch in einem Zustand der Verleugnung", meinen die vier Aktivistinnen aus Schweden, Deutschland und Belgien.

Gründe dafür seien einerseits politische Trägheit, aber auch Ignoranz und Unwissenheit der Bevölkerung. "Wenn wir die Chance haben wollen, unter 1,5 Grad Celsius der Erderwärmung zu bleiben, müssen unsere Emissionen sofort schnell gegen Null gehen und dann auf negative Werte sinken. Das ist Fakt."

Trotz allem zeigen sich die jungen Klima-Legenden noch einigermaßen hoffnungsvoll: "Wir haben die Zukunft noch in unseren eigenen Händen. Aber die Zeit rutscht uns schnell durch die Finger. Wir können immer noch die schlimmsten Konsequenzen vermeiden. Aber um das zu erreichen, müssen wir uns dem Klimanotfall stellen und unsere Wege ändern. Das ist die unangenehme Wahrheit, der wir uns nicht entziehen können."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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