Ratet mal, wie alt Showmaster Günther Jauch am Dienstag wird

Von Christof Bock

Potsdam - Deutschlands beliebtester Quizmaster wird am heutigen Dienstag a) 50 Jahre alt, b) 55, c) 60 oder d) 65. Dass wahrscheinlich so mancher Kandidat des RTL-Erfolgsformats "Wer wird Millionär?" bei dieser Frage ins Schwitzen käme, zeigt, wie alterslos Günther Jauch zu sein scheint.

Günther Jauch (65) moderiert 2009 die 19. Ausgabe der RTL-Show "Wer wird Millionär?". Mit dem Quiz-Klassiker wird er wohl von den meisten Zuschauern am stärksten in Verbindung gebracht.
Günther Jauch (65) moderiert 2009 die 19. Ausgabe der RTL-Show "Wer wird Millionär?". Mit dem Quiz-Klassiker wird er wohl von den meisten Zuschauern am stärksten in Verbindung gebracht.  © Jörg Carstensen/dpa

Richtig ist allerdings nur Antwort D. Der Potsdamer wird am 13. Juli 65 Jahre alt und ist rund um seinen Geburtstag im Urlaub.

Bis heute umgibt den quotenstarken Fernsehmann eine Aura zwischen jugendlichem Aussehen und Abgeklärtheit eines Menschen, der viel gesehen hat. Hat er ja auch.

Von Sport ("das aktuelle sportstudio") über Information ("stern TV") und Unterhaltung ("Typisch Frau - Typisch Mann") bis zur politischen Talkshow ("Günther Jauch"): Seit den 1980er Jahren war Jauch in einer Vielzahl öffentlich-rechtlicher und privater Sendungen Moderator.

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Aber am stärksten verbinden ihn die meisten Zuschauer wohl mit dem Quiz-Klassiker "Wer wird Millionär?" Wie lange er das noch weitermachen will?

Für seine Fans hatte Jauch kürzlich in einem RTL-Interview eine ziemlich schwammige Antwort: "Solange es den Zuschauern, aber auch mir selbst noch Freude macht."

Im April 2021 verpasste Günther Jauch wegen Corona erstmals krankheitsbedingt eine Sendung

Günther Jauch moderiert beim Festakt zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit eine Talkrunde. Aufgrund einer Corona-Erkrankung verpasste er 2021 erstmals krankheitsbedingt eine Sendung.
Günther Jauch moderiert beim Festakt zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit eine Talkrunde. Aufgrund einer Corona-Erkrankung verpasste er 2021 erstmals krankheitsbedingt eine Sendung.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Viele Menschen haben sich um Günther Jauch in diesem Jahr große Sorgen gemacht. Wegen einer Corona-Infektion fiel er über Wochen aus.

Ein Millionenpublikum erlebte ihn in der RTL-Liveshow "Denn sie wissen nicht, was passiert" sichtlich angeschlagen, blass, matt in einer Videoschalte von seinem Zuhause ins Fernsehstudio: "Die Sache ist ganz einfach. Ich bin - wie zweieinhalb Millionen andere Deutsche auch - an Covid-19 erkrankt und hab auf einmal gemerkt: Ich kriege Kopfschmerzen, ich hab Gliederschmerzen, mir geht es irgendwie nicht so gut."

Am nächsten Tag sei es ihm dann aber noch schlechter gegangen. Ein PCR-Test habe dann gezeigt, dass er infiziert sei.

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"Für mich war die Auszeit schon sehr ungewohnt", sagte Jauch der Deutschen Presse-Agentur im Mai. In den vergangenen 45 Jahren sei bei ihm nie eine Sendung wegen Krankheit ausgefallen - nun seien es gleich drei gewesen.

"Da war ich schon erleichtert, als ich wieder in den Normalmodus schalten konnte", sagte Jauch über sein Comeback.

Wegen Werbung für eine Impfkampagne erhielt Günther Jauch "massenhaft" Hass- und Drohbriefe

Günther Jauch steht im September 2020 bei einer Spendenaktion im Park Sanssouci. Der TV-Moderator zeigte sich überrascht von den vielen Hass- und Drohbriefen, die er nach der Teilnahme an einer Impfkampagne der Bundesregierung erhielt.
Günther Jauch steht im September 2020 bei einer Spendenaktion im Park Sanssouci. Der TV-Moderator zeigte sich überrascht von den vielen Hass- und Drohbriefen, die er nach der Teilnahme an einer Impfkampagne der Bundesregierung erhielt.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Es gebe allerdings härtere Schicksale, als mal drei Wochen zu Hause nicht gerade viel zu tun zu haben. "Ich habe viel gelesen, aufgeräumt und tatsächlich auch deutlich mehr ferngesehen als sonst", sagte Jauch. "Außerdem hört man mehr in seinen Körper hinein, um nicht doch von ernsteren Corona-Nebenwirkungen überrascht zu werden."

Eigentlich ist das mehr oder weniger Privatsache. Doch schlug Jauchs Erkrankung in den sozialen Netzwerken hohe Wellen - war er doch eines der Gesichter der Impfkampagne der Bundesregierung.

Dass die Aufnahme mit Jauch und Pflaster nicht seine Impfung zeigte, sondern als klares Bekenntnis zum Impfen gedacht war, hatte ungeahnte Folgen.

"Manche Leute sehen mich dann mit einem Pflaster und sagen: 'Ach, der ist geimpft und dann hat er Corona bekommen.' Nein." Er sei zum Zeitpunkt des Fotos von seinem Alter her doch noch gar nicht dran gewesen.

Der TV-Moderator erhielt in jenen Wochen "massenhaft" Hass- und Drohbriefe: "Ich wundere mich tatsächlich, dass es so viele sind", sagte Jauch.

Günther Jauch hatte Kripo und Banker als alternative Berufswünsche

Günther Jauch bei einer Pressekonferenz im Park Sanssouci. Rückblickend wäre der Journalist wohl Kriminalpolizist oder Banker geworden, hätte sein Berufswunsch sich nicht erfüllt.
Günther Jauch bei einer Pressekonferenz im Park Sanssouci. Rückblickend wäre der Journalist wohl Kriminalpolizist oder Banker geworden, hätte sein Berufswunsch sich nicht erfüllt.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

"Und dass die sich vor allen Dingen überhaupt nicht scheuen, das mit vollem Namen zu machen", schilderte Jauch in der Sendung "stern TV". Die Sendung wird von der Firma i&u Information & Unterhaltung produziert, deren Chef Jauch seit dem Jahr 2000 ist.

So populär und leutselig der gebürtige Münsteraner auch immer wirken mag: Jauch, der die meisten Kollegen bis auf den alten Weggefährten Thomas Gottschalk (71) siezt, lässt nur wenige an sich heran.

Immer wieder hat der Showmaster sich gegen die Veröffentlichung von Details aus seinem Privatleben zur Wehr gesetzt. Gewiss eine Daueraufgabe gehört er doch zu den größten Lieblingen der Regenbogenpresse.

Jauch wuchs in West-Berlin auf. In einem Spiegel-Online-Interview berichtete er einmal, dass er es zu einem "ruhmlosen 3,1-Abitur" gebracht habe und die ersten 20 Jahre seines Lebens faul gewesen sei.

Und wenn es mit dem Beruf des Journalisten (er wurde an der Münchner Journalistenschule angenommen) nicht geklappt hätte, dann wäre er alternativ zur Kriminalpolizei gegangen oder Banker geworden. Jauch, wie er hinter der Theke einer Sparkasse steht? Kaum auszumalen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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