Ohne Freundin Brenda: Tennisstar Zverev wartet in Florida auf Neustart

Tampa/Hamburg – Es sind komische Zeiten. Auch für Alexander Zverev (23). Seinen Geburtstag hatte sich Deutschlands bester Tennisspieler ganz anders vorgestellt.

Der deutsche Tennisspieler spricht in einem Interview, während er an den Mexican Open 2020 in Acapulco teilnimmt.
Der deutsche Tennisspieler spricht in einem Interview, während er an den Mexican Open 2020 in Acapulco teilnimmt.  © Francisco Estrada/NOTIMEX/dpa

In Monte Carlo mit seiner Freundin gemütlich essen gehen, ein bisschen feiern und dann weiter nach München zu den BMW Open. So ähnlich wäre der vergangene Montag in normalen Zeiten für den Hamburger verlaufen. 

Doch wegen der Coronavirus-Pandemie ist derzeit nichts normal, weshalb der nun 23 Jahre alte Zverev in diesen Wochen nicht in Europa von Sandplatz-Turnier zu Sandplatz-Turnier reist, sondern in Florida trainiert und auf den Neustart wartet - und dabei sogar auf seine Freundin Brenda Patea verzichten muss.

"Sie ist nach meinem Turnier in Mexiko Ende Februar nach Deutschland zurückgeflogen und wollte dann eigentlich im März wieder nach Miami kommen", erzählte Zverev in einem Telefon-Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Doch weil seit Anfang März der komplette Betrieb im Tennis ruht und US-Präsident Donald Trump ein Einreiseverbot in die USA verhängte, durfte die frühere Germany's-Next-Topmodel-Kandidatin nicht mehr einreisen. 

"Wir haben uns nun also schon fast zwei Monate nicht mehr gesehen. Das ändert sich hoffentlich bald wieder und dann werden wir so schnell nicht mehr auseinandergehen", sagte Zverev.

Zverez: "Es ist nicht immer einfach"

Alexander Zverev bei den Australian Open in Melbourne.
Alexander Zverev bei den Australian Open in Melbourne.  © Andy Brownbill/AP/dpa

Doch eine Weile wird Deutschlands bester Tennisspieler wohl noch auf seine Partnerin verzichten müssen. Und so nutzt der gebürtige Hansestädter die Zeit, um so viel wie möglich zu trainieren. 

Zusammen mit seinen Eltern und der Familie seines Bruders weilt Zverev derzeit in Florida. In einem kleinen Dorf in der Nähe von Tampa bereitet sich der Weltranglisten-Siebte auf den Moment vor, von dem niemand weiß, wann er kommt: die Wiederaufnahme des Tennis-Betriebes.

"Natürlich ist es nicht immer einfach. Du weißt nicht so recht, worauf du hin trainierst. Aber ich sehe das jetzt auch als Einsatz für die nächsten Jahre", sagte Zverev. Vor allem an seinem Aufschlag und an seiner Rückhand arbeite er gerade. "Und daran, dass ich aggressiver spiele, mehr ans Netz gehe", erzählte Zverev.

Nach einigen katastrophalen Auftritten beim ATP Cup zu Beginn des Jahres sah sich Zverev eigentlich auf einem guten Weg. In Melbourne erreichte er erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier das Halbfinale, wo er dem Österreicher Dominic Thiem in einem packenden Duell knapp unterlag. 

Die Corona-Pause kommt für ihn daher zur Unzeit. "Ich hatte das Gefühl, dass ich richtig gut spielen kann, dass ich ganz nah dran bin, um bei einem Grand-Slam-Turnier ganz vorne dabei zu sein", sagte Zverev. Auch Tennis-Legende Boris Becker hätte Zverev im weiteren Saisonverlauf einiges zugetraut. "Das war ein Quantensprung für ihn", sagte Becker, der immer wieder beratend für den 1,98 Meter großen Blondschopf da ist.

Doch erst einmal ist Zverev von der Corona-Krise gestoppt worden. Bislang ist die Tour bis Mitte Juli ausgesetzt - Verlängerung sehr wahrscheinlich. Dass in New York wie geplant am 31. August die US Open beginnen, kann sich aktuell niemand vorstellen. Doch Zverev ist zuversichtlich, dass in diesem Jahr noch gespielt wird. "Ich finde, die ATP muss schauen, was wann möglich ist. Wenn es in den USA nicht geht, geht es aber vielleicht schon in Europa."

Auch Turniere komplett ohne Zuschauer könnte sich der elfmalige ATP-Turnier-Sieger vorstellen. Zwar wäre das sehr schade, aber: "Am Ende des Tages würde ich lieber ohne Zuschauer spielen, als gar nicht zu spielen." Zumal das bedeuten würde, dass er und der Tennis-Tross dann wieder reisen dürften - und er endlich auch wieder seine Freundin sehen könnte.

Titelfoto: Andy Brownbill/AP/dpa

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