Jan Böhmermann übers Scheitern: Darum wurde aus dem Satiriker kein seriöser Journalist

Hamburg - Die NDR-Talkshow "deep und deutlich" startete am Freitag in die zweite Staffel. Zu Gast unter anderem der Bremer Satiriker Jan Böhmermann (40, "ZDF-Magazin Royale"), den Moderatorin Aminata Belli (29) rund um das Thema der Sendung "Wie man aus Krisen Hoffnung schöpft" befragte.

Jan Böhmermann (40) sprach mit Aminata Belli (29) in der NDR-Talkshow "deep und deutlich" übers Scheitern. (Archivbild)
Jan Böhmermann (40) sprach mit Aminata Belli (29) in der NDR-Talkshow "deep und deutlich" übers Scheitern. (Archivbild)  © Matthias Balk/dpa

Das ZDF-Magazin Royale ist mit der Zeit immer journalistischer geworden, stellte Belli im Gespräch zunächst fest. Viel mehr Recherche stecke hinter den Satire-Sendungen.

"Es deckt Skandale auf oder löst sie überhaupt aus", fasste es die Moderatorin zusammen. Dennoch bestehe Böhmermann darauf, als unseriös zu gelten. Widerspricht sich das nicht?

Das, was er jetzt mache, sei kein Journalismus, so Böhmermann. "Im besten Fall schaffen wir, es mit einer Kombination aus Information und Unterhaltung Themen aufs Tapet zu heben, die keine Themen sind", erklärte es der 40-Jährige in der Talkshow.

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Böhmermann und seine Redaktion treten Türen auf und sorgen dafür, dass "wenn dann die Tür auf ist, die Leute auch noch Detail-Informationen bekommen". Das Ganze natürlich mithilfe von Journalisten anderen Magazinen und Medien.

Er selbst sei ein lächerlicher Typ, das sei bei ihm Grundeinstellung. Journalisten wollen hingegen genau das vermeiden. Ein großer Unterschied. Befreiend, findet der Satiriker. So müsse er nicht gewinnen. Was er tatsächlich nicht immer tut. Schließlich läuft auch in seiner Show nicht alles immer wie geplant.

Da wird auch mal ein fünfstelliger Betrag für ein Musikvideo rausgehauen, das dann nicht erfolgreich ist.

Jan Böhmermann übers eigene Scheitern

Aminata Belli (29) moderiert "deep und deutlich".
Aminata Belli (29) moderiert "deep und deutlich".  © NDR/Hendrik Lüders

Jan Böhmermann ist ausgebildeter Journalist, hat sein Volontariat bei Radio Bremen gemacht, "der Stachel im Fleisch des Norddeutschen Rundfunks". Er wollte als junger Mann den Weg in den seriösen Journalismus einschlagen. Bis er schließlich scheiterte.

Er hatte sich als Junior-Korrespondent für das ARD-Studio in Washington (USA) beworben, erinnerte sich Böhmermann im Interview. Dort hätte er "wahnsinnig gerne" als Journalist gearbeitet. Daraus wurde nichts. In der letzten Bewerbungsrunde flog er raus. Er war niedergeschlagen, hatte viel dafür getan. Traum geplatzt.

Gleichzeitig sei es aber auch "der Klickmoment gewesen". Schließlich war er schon immer ein "weirdes, psycho Theaterkind" gewesen, warum nicht darauf aufbauen, dachte sich wohl der junge Böhmi und entschied sich für die komödiantische Schiene. Was daraus geworden ist, wissen wir alle.

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Ein erfolgreicher, gefürchteter Satiriker. Jemand, der den "Scheiß macht, den man halt so macht. Ohne Regeln."

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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