Jan Böhmermann: Das satirische Infernal triggert ins ZDF!

Köln - Jan Böhmermann (39) hat in den vergangenen Tagen genau das Gegenteil von dem getan, was er mit seiner neuen Show vorhat.

Jan Böhmermann (39) kehrt wieder ins Fernsehen zurück.
Jan Böhmermann (39) kehrt wieder ins Fernsehen zurück.  © Jens Koch/ZDF/dpa

Sie startet an diesem Freitag um 23 Uhr im ZDF. Sie heißt "ZDF Magazin Royale" und dauert nur eine halbe Stunde. 

Da heißt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren - "fokussierter" werde die Sendung werden, sagt Böhmermann. 

Im Messengerdienst Telegram, in dem er neuerdings unterwegs ist, geriert er sich aktuell komplett anders. 

Wenig Fokus, viel Geraune und Gaga-Einträge wie: "Wenn ich beim Griechen Kroketten bestelle: immer 6! Wenn ich beim Bosnier Kroketten bestelle: 9!!! Was ist hier los?"

Die neue Show, Telegram, vielleicht sogar die Kroketten - all das dürfte irgendwie zusammenhängen. 

Wie, das kann man - wenn man Glück hat - erst sagen, wenn die erste Ausgabe des "ZDF Magazin Royales" gesendet wurde. 

Böhmermann hat über die Jahre die Kunst perfektioniert, sich ins Gespräch zu bringen. Das war sein Pfund, als er auf dem Spartensender ZDFneo seine Vorgängersendung "Neo Magazin Royale" (bis 2019) zu einer Marke entwickelte. 

Manchen ging er damit gehörig auf den Geist, zumal er mit den Jahren gefühlt immer ernster, immer mehr zu einer politischen Figur wurde und sich zum Teil auch so verhielt.

Was bei Böhmermann im ZDF anders wird

Jan Böhmermann kommt im ZDF, direkt nach der "heute-show".
Jan Böhmermann kommt im ZDF, direkt nach der "heute-show".  © Sven Hoppe/dpa

Seine Fans aber schätzen das Böhmermann'sche Gesamtkunstwerk, in dem Fernsehen auch immer nur ein Teil unter vielen war und viel über Bande ins Netz gespielt wurde oder gleich ganz dort blieb. So ist das auch aktuell. 

Böhmermann parodiert auf Telegram offensichtlich das irrlichternden Gehabe von Verschwörungstheoretikern, für die der umstrittene Dienst zum Zufluchtsort geworden ist. 

Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt dazu: "Das ist jetzt zu viel der Ehre, klar, aber: Böhmermanns kalkuliert wirren Telegramme erinnern an die Pittura metafisica, an die metaphysische Malerei von Giorgio de Chirico."

Was sich nun ändert: Böhmermann ist definitiv nicht mehr Nische, sondern offiziell ZDF-Hauptprogramm. 

Er läuft jetzt direkt hinter der extrem populären "heute-show" von Oliver Welke, was Auswirkungen auf die Quoten haben wird. 

Anders gesagt: Aus großer Kraft folgt große Verantwortung, um mal popkulturell zu werden. Böhmermann muss nun liefern. Oder?

"Wenn meine Kolleginnen, Kollegen und ich in den letzten Jahren etwas gemacht haben, dann war es liefern. Die Frage ist nur immer: Was wird geliefert?", sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. 

"In den vergangenen Jahren war der 'Schreibtisch-Teil' in unserer Show, also die Auseinandersetzung mit Themen von morgen, ein Seitenaspekt", sagt Böhmermann. "Der rückt jetzt in den Mittelpunkt." Deswegen rücke auch der Tisch nun in die Mitte im Studio in Köln.

Titelfoto: Jens Koch/ZDF/dpa

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