Jan Josef Liefers kündigt Video für #allesaufdentisch an: Gesellschaft soll "abstruse Meinung" aushalten

Berlin - Schauspieler Jan Josef Liefers (57) wünscht sich beim Thema Impfen und Corona-Pandemie eine Rückkehr zu einem besseren Diskurs in der Gesellschaft. Er wünsche sich, dass wir "abrüsten, was Adjektive, was Sprache angeht", sagte der 57-Jährige am Donnerstag in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner".

Jan Josef Liefers (57/l.) diskutiert mit SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) bei Maybrit Illner über die Corona-Politik.
Jan Josef Liefers (57/l.) diskutiert mit SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) bei Maybrit Illner über die Corona-Politik.  © Svea Pietschmann/ZDF/dpa

"Dass wir wieder zurückfinden zu einer Form, miteinander verschiedene konträre und zum Teil auch abstruse Meinungen zu verhandeln und zu akzeptieren und auszuhalten."

Die Sendung hatte das Thema: "Geimpft, getestet, genervt – mehr Freiheit wagen?" Liefers, der vor allem durch seine Rolle im Münster-"Tatort" bekannt ist, sagte auch, man müsse mit einer Stigmatisierung von Gruppen, die sich nicht impfen lassen wollen, "sehr, sehr vorsichtig umgehen. Weil auch das kann ganz schön viel Porzellan zerschlagen".

Liefers hatte sich in der Vergangenheit immer wieder zur Corona-Pandemie und -Politik geäußert. Er hatte sich auch an der umstrittenen Videoaktion #allesdichtmachen beteiligt. Damals hatten Menschen aus der Film- und Fernsehszene mit satirischen Videos im Netz den Umgang mit dem Coronavirus kritisiert.

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Die Aktion hatte in der Folge kontroverse Reaktionen hervorgerufen - manche warfen der Gruppe vor, zu verharmlosen. Mehrere Teilnehmer distanzierten sich später.

Liefers, der nach eigenen Angaben selbst geimpft ist, hatte später dann auch eine Intensivstation in einem Krankenhaus besucht und dort mitgearbeitet. Seine Eindrücke schilderte er später in Medien mit teils drastischen Worten.

Jan Josef Liefers führt bei #allesaufdentisch Gespräch mit Medienwissenschaftler Stephan Ruß-Mohl

Jan Josef Liefers sorgte mit seiner Teilnahme bei der umstrittenen Videoaktion #allesdichtmachen für jede Menge Kritik. Für die neueste Aktion der Schauspieler (#allesaufdentisch) kündigte der Tatort-Darsteller ebenfalls ein Video an.
Jan Josef Liefers sorgte mit seiner Teilnahme bei der umstrittenen Videoaktion #allesdichtmachen für jede Menge Kritik. Für die neueste Aktion der Schauspieler (#allesaufdentisch) kündigte der Tatort-Darsteller ebenfalls ein Video an.  © Oliver Berg/dpa

Die "Berliner Zeitung" sprach Liefers nun in einem Interview auf die neuere umstrittene Videoaktion #allesaufdentisch im Netz an. Auf die Frage, warum er bei dieser Videoaktion nicht mitgemacht habe, sagte der Schauspieler nun:

"Es wird ein Gespräch mit dem Medienwissenschaftler Stephan Ruß-Mohl und mir geben. Mir ist nicht klar, warum diese Aktion von einigen so bekämpft wird. Man kann sich mit ihrem Inhalt auseinandersetzen oder ihn wahlweise ignorieren."

Die Aktion, an der sich unter anderen die Schauspieler Volker Bruch (41) und Wotan Wilke Möhring (54) beteiligt haben, wurde Ende September gestartet. In vielen Videos, die im Netz seither hochgeladen wurden, werden unter anderem die Corona-Maßnahmen und die mediale Berichterstattung darüber kritisiert. Kritiker werfen den Machern vor, verschwörungsideologische Erzählungen zu bedienen.

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Die YouTube-Plattform löschte bereits vereinzelt Clips. Ein Gericht sah in einer Eil-Entscheidung die Löschung von speziell zwei Videos allerdings als ungerechtfertigt an - und zwar deshalb, weil die Plattform nicht ausführlich genug begründet habe, warum sie sie löschte.

Titelfoto: Svea Pietschmann/ZDF/dpa

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