Jana-Ina Zarrella schießt gegen brasilianischen Präsidenten Bolsonaro: "Werden sie vernünftig"

Köln – Jana Ina Zarrella (44) ist vielen als quirlige TV-Moderatorin bekannt. Doch in einem kürzlich von VOX geteilten Video zeigte sich die gebürtige Brasilianerin nachdenklich und äußerte sich kritisch zu Präsident Jair Bolsonaro (66) – ein Mann, der das Land spaltet.

Jana Ina Zarrella (44) äußert sich selten politisch. Doch nun gab sie ein Statement zu Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (66) ab.
Jana Ina Zarrella (44) äußert sich selten politisch. Doch nun gab sie ein Statement zu Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (66) ab.  © Montage: Screenshot/Instagram/janainazarrella

Im Zuge der anstehenden Bundestagswahl gibt der Sender VOX verschiedenen Personen, prominent oder nicht, die Möglichkeit über ihre aktuelle Situation zu sprechen.

Moderatorin Jana Ina war eine von ihnen und trat zum 299. brasilianischen Unabhängigkeitstag vor die Kameras. Da, so erzählt sie, in ihrer Brust zwei Herzen schlagen, sei es ihr wichtig auf die politisch instabile Situation in ihrem Heimatland aufmerksam zu machen.

Vor allem das Thema Corona wurde von ihr ausgiebig thematisiert. "Täglich telefoniere ich mit meiner Mama und freue mich über sinkende Zahlen, aber dann sehe ich im Fernsehen Bilder. Bilder, die den Staatspräsidenten ohne Maske zeigen", so die einstige "Love Island"-Moderatorin.

The Masked Singer: The Masked Singer: Termin für neue Staffel steht fest
The Masked Singer The Masked Singer: Termin für neue Staffel steht fest

Seit 21 Jahren lebe sie in Deutschland. Ein Land, dem sie viel zu verdanken habe. Dennoch mache sie sich Sorgen um ihre Familie und um ihr "lebensfrohes, wunderschönes Heimatland".

Jana Ina Zarrella offenbart Gefühle, als sie über Heimatland redet

Jana Ina Zarrella: "Bitte, Herr Präsident Bolsonaro, kehren sie um und werden sie vernünftig."

Jair Bolsonaro (66, l.) ist seit 2019 im Amt. Seitdem polarisiert er, spaltet das Land und konnte laut Experten wenige Versprechen halten.
Jair Bolsonaro (66, l.) ist seit 2019 im Amt. Seitdem polarisiert er, spaltet das Land und konnte laut Experten wenige Versprechen halten.  © Silvia Izquierdo/AP/dpa

"Corona hat mein Land schwer getroffen. Über 500.000 Brasilianerinnen und Brasilianer sind an dieser Seuche gestorben", fasste die Frau von Giovanni Zarrella (43) zusammen.

Plötzlich schwenkte die Kamera um und Jana Ina drehte sich mit ihrem Stuhl nach rechts. Auf portugiesisch brachte sie ihre Gefühle zum Ausdruck: "Herr Präsident Bolsonaro, ich habe sie damals gewählt. Ich habe geglaubt, dass sie dieses Land in eine gute Zukunft führen würden. Als ein Vorbild. Als jemand, an dem sich die Menschen orientieren können. In der schlimmsten Pandemie ohne Maske aufzutreten, ist nicht vorbildlich. Dass sie Corona-Impfungen infrage stellen, schockiert mich. Bitte, Herr Präsident Bolsonaro, kehren sie um und werden sie vernünftig und wieder das Vorbild, für das ich sie gehalten habe."

Es waren klare Worte, die die 43-Jährige an den Rechtspopulisten sendete. Mit ihren emotionalen Worten möchte sie darauf aufmerksam machen, dass das Wahlrecht in Deutschland ein Privileg sei. In diesem Jahr dürfe auch sie zum ersten Mal in Deutschland wählen gehen.

Elon Musk: Elon Musk tweetet über Ankunft seines neuen Welpen: Irre, was dann auf dem Krypto-Markt passiert!
Elon Musk Elon Musk tweetet über Ankunft seines neuen Welpen: Irre, was dann auf dem Krypto-Markt passiert!

"Für mich eine moralische Pflicht. Wer das Wahlrecht nicht wahrnimmt, hat auch kein Recht zu meckern", so Jana Ina.

Viele Anhänger von Jair Bolsonaro (66) versammelten sich am Unabhängigkeitstag in der Avenida Paulista zu einer Kundgebung am Tag der Unabhängigkeit von Brasilien.
Viele Anhänger von Jair Bolsonaro (66) versammelten sich am Unabhängigkeitstag in der Avenida Paulista zu einer Kundgebung am Tag der Unabhängigkeit von Brasilien.  © Andre Penner/AP/dpa

Bolsonaro polarisiert seit 2019

Die Waldbrände im vergangenen Jahr erschütterten nicht nur das Land, sondern auch die ganze Welt. Bolsonaro (66) leugnete sie.
Die Waldbrände im vergangenen Jahr erschütterten nicht nur das Land, sondern auch die ganze Welt. Bolsonaro (66) leugnete sie.  © Andre Penner/AP/dpa

2019 wurde der heute 66-jährige Bolsonaro an die Landesspitze gewählt. Laut Umfragen hat er derzeit keine Chance auf eine Wiederwahl. Dennoch tut er alles dafür, um seine Anhänger zu mobilisieren. Am gestrigen Unabhängigkeitstag rief er sie dazu auf, auf die Straßen zu gehen und gegen demokratische Institutionen zu demonstrieren.

Es gab aber auch Gegenbewegungen, die Bolsonaros Politik seit jeher scharf kritisieren, wie das ZDF berichtete. Insbesondere die in den Armenviertel lebenden Menschen sprechen sich gegen den polternden Präsidenten aus. Während der Corona-Pandemie konnten sie aufgrund ihrer kleinen Wohnungen nicht ausreichend Abstand halten und hatten unzählige Tote zu verzeichnen.

Aber auch vor der Corona-Pandemie konnte der 66-Jährige seine Versprechen nur schwer halten. Entgegen aller Zusagen stürzte die Wirtschaft ab und die Arbeitslosigkeit stieg.

Und auch der Klimaschutz findet bei Bolsonaro, der jedoch anderer Meinung ist, nur wenig Anklang.

Vor rund zwei Jahren wollte er noch aus dem Pariser Klimaabkommen austreten, leugnete die schweren Waldbrände im Amazonas und gab Nichtregierungsorganisationen die Schuld, die Brände gelegt zu haben.

Titelfoto: Montage: Silvia Izquierdo/AP/dpa, Screenshot/Instagram/janainazarrella

Mehr zum Thema Promis & Stars: