Jannik Schümann ermutigt Fußballer zum Coming-out

Berlin - Für Jannik Schümann (29, "Charité", "9 Tage wach", "Die Mitte der Welt") ist es wichtig, öffentlich Haltung zu zeigen. Nun macht sich der Schauspieler stark für mehr Akzeptanz von Homosexualität im Fußball. Er hofft, dass mit seinem Coming-out schwule Spieler die Schweigespirale dieses Tabuthemas durchbrechen und Farbe bekennen.

Jannik Schümann (29) sieht sich als Vertreter der Millennials.
Jannik Schümann (29) sieht sich als Vertreter der Millennials.  © DB MOBIL

"Ich versuche, ein Sprachrohr zu sein für diejenigen, die in einer gerechteren, freieren Welt leben wollen. Ich sehe das als meine Verantwortung, mit der Reichweite, die ich habe", sagte der 29-Jährige im Interview mit dem Magazin DB MOBIL.

Er sehe sich als Vertreter der Millennials. "Ich zähle auf unsere Generation und auf die, die jetzt kommt, und der einfachste Weg, diese Generationen zu erreichen, ist der über die sozialen Medien", stellt Schümann seine Sicht der Dinge dar.

Ende vergangenen Jahres hatte der Schauspieler auf Instagram ein Foto mit seinem Partner auf Instagram gepostet, das die beiden kuschelnd zeigt, und sich so als homosexuell geoutet.

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Daraufhin habe er befürchtet, dass er keine Rollenangebote mehr erhalte. "Das war kurz vor dem Post ein Gedanke. Weil es damals keine Vorreiter:innen gab, und ich nicht wusste, was passieren wird", verriet er gebürtige Hamburger weiter im Interview.

Die einzigen öffentlich homosexuellen und aus seiner Branche deutschlandweit bekannten Männer seien seiner Ansicht nach die Schauspieler Clemens Schick (49, "Casino Royale") und Jochen Schropp (43, "Sternenfänger") gewesen.

Jannik Schümann kuschelt mit seinem Partner

"Eigentlich müssten sich alle outen"

Jannik Schümann (29) outete sich im Dezember 2020.
Jannik Schümann (29) outete sich im Dezember 2020.  © Annette Riedl/dpa

Es habe aber für ihn außer Frage gestanden, dass er es tue. "Ich wusste: Wenn ich deshalb nicht besetzt werde, möchte ich auch gar nicht mit den betreffenden Leuten zusammenarbeiten. Aber es ist nie passiert. Und es soll nicht arrogant klingen, doch die Leute haben ja gesehen, dass ich einen heterosexuellen Liebhaber spielen kann."

Für die Zukunft hoffe er, dass andere Branchen nachziehen und es leichter werde, offen zu der eigenen Sexualität zu stehen. Es mache Schümann "sehr wütend, dass Fußballer nicht endlich mal den Mund auf bekämen und als Branche überhaupt nicht vertreten seien im LGBTQI+-Bereich", brachte er sein Missfallen zum Ausdruck.

"Da hilft es auch nicht, eine Regenbogenflagge in die Hand zu nehmen und zu sagen: 'Wir stehen dazu.' Eigentlich müssten sich alle outen."

Titelfoto: DB MOBIL

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