Deswegen musste Jorge González untertauchen

Hamburg - Das ging gerade noch mal gut für Jorge González (54)! Der "Let's Dance"-Juror wäre vor vielen Jahren wegen eines absurden Vergehens fast im Gefängnis gelandet.

Jorge González (54) entging nur knapp der Festnahme.
Jorge González (54) entging nur knapp der Festnahme.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Aus heutiger Sicht erscheint der Vorfall unvorstellbar, doch 1989 war die Welt eine andere. Der Kalte Krieg bestimmte das Geschehen auf vielen Ebenen. In diesem Jahr war der aus dem sozialistischen Kuba stammende Jorge in einem Werbe-Spot von Coca-Cola zu sehen.

Für die in dem karibischen Inselstaat herrschenden Kommunisten galt die US-Firma als typisches Symbol des stets verachteten Kapitalismus. Dass ein Kubaner mit dem Erzfeind zusammenarbeitete, war unvorstellbar.

Die Reaktion auf Jorges Tanzauftritt folgte prompt. Zu dieser Zeit studierte er an der Universität in Bratislava (damals Tschechoslowakei, heute Slowakei) "Umweltschutz – Radioökologie". Kuba verlangte nach dem Cola-Eklat die sofortige Rückreise des heute 54-Jährigen.

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Doch der wollte nicht, denn ihm war klar, dass ihm sehr unangenehme Konsequenzen drohten. Mit seiner Weigerung war es aber nicht getan.

Diese Frau rettete Jorge González

Der "Let's Dance"-Juror ist heute für sein extravagantes Auftreten bekannt. (Archivbild)
Der "Let's Dance"-Juror ist heute für sein extravagantes Auftreten bekannt. (Archivbild)  © Henning Kaiser/dpa

"Ich musste untertauchen", sagte Jorge jetzt der Bild. Geholfen habe ihm dabei die Freundschaft zu Anna Kratochvilova (80). Beide lernten sich erst am Ostermontag 1988 kennen, bereits ein Jahr später wurde sie für ihn zur Retterin.

"Anna hat mich monatelang versteckt und so auch vor dem Gefängnis bewahrt." Kuba nahm seine Weigerung zur Rückreise anscheinend nicht einfach so hin. "Die Kubaner waren mir ständig auf den Fersen."

Eine sehr schwere Zeit für den damals jungen Mann. Er durfte keinen Kontakt zu seiner Mutter und seinem Vater aufnehmen. "Meine Eltern und ich wussten voneinander nicht, ob wir noch leben." So sei Anna zu einer Art Ersatzmutter geworden. Gemeinsam mit ihrem Mann habe sie schließlich dafür gesorgt, dass der Tänzer politisches Asyl bekommen habe.

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Auch wenn Jorge Anfang der 1990er-Jahre nach Hamburg zog, hielt er immer Kontakt zu seiner Retterin. In diesem Jahr ist der 54-Jährige besonders oft bei ihr. Denn er ist auch in der slowakischen Version von "Let's Dance" in der Jury. Dort säße er nie ohne Anna.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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