Julian Assange: Gericht lässt Berufungsantrag gegen seine Auslieferung zu

London - Der Wikileaks-Gründer Julian Assange (50) darf im Rechtsstreit um seine Auslieferung in die USA Berufung einlegen.

Unterstützer von Wikileaks-Gründer Assange (50) warten am Montag vor dem High Court in London.
Unterstützer von Wikileaks-Gründer Assange (50) warten am Montag vor dem High Court in London.  © Alastair Grant/AP/dpa

Das teilte der High Court in London am Montag mit und folgte damit der Argumentation von Assanges Anwälten. Damit dürfte das juristische Tauziehen mit den USA vor dem höchsten britischen Gericht, dem Supreme Court, weitergehen.

Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Dem gebürtigen Australier drohen dort bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft.

Vorgeworfen wird ihm, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning (34) geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben.

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Seine Unterstützer sehen in ihm dagegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat.

Der 50-Jährige sitzt seit mehr als zwei Jahren im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in Haft.

Ein britisches Gericht hatte die Auslieferung Assanges in die USA mit Blick auf seine psychische Gesundheit zunächst untersagt. Die USA hatten entsprechende medizinische Gutachten jedoch angezweifelt, Berufung eingelegt und damit auch Erfolg gehabt.

Ein Berufungsgericht hatte das Auslieferungsverbot im vergangenen Dezember aufgehoben. Diese Entscheidung will Assange nun vor dem Supreme Court überprüfen lassen.

Trotz Etappenerfolg "Gerechtigkeit in weiter Ferne"

Stella Moris (38), die Lebensgefährtin von Julian Assange, spricht am Montag vor dem Royal Courts of Justice zu Journalisten.
Stella Moris (38), die Lebensgefährtin von Julian Assange, spricht am Montag vor dem Royal Courts of Justice zu Journalisten.  © Kirsty O'connor/PA Wire/dpa

Trotz dieses Etappenerfolgs sieht Assanges Verlobte, Stella Moris (38), Gerechtigkeit noch in weiter Ferne. "Wir haben heute vor Gericht gewonnen", sagte sie am Montag vor dem High Court.

Und weiter: "Wir sind noch weit davon entfernt, in diesem Fall Gerechtigkeit zu erreichen, weil Julian noch immer inhaftiert ist."

Gerechtigkeit würde ihrer Meinung nach bedeuten, wenn statt Assange die Verantwortlichen für die von ihm aufgedeckten Kriegsverbrechen bestraft würden und jene, die seine Tötung geplant hätten, sagte Moris.

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Damit spielt sie auf den Geheimdienst CIA an, der Berichten von Investigativ-Journalisten für Yahoo News zufolge Mordpläne gegen Assange geschmiedet haben soll.

"Unser Kampf geht weiter, und wir werden kämpfen, bis Julian frei ist", sagte Moris.

Fall Assange: Konsequenzen für die Pressefreiheit in aller Welt

Der High Court in London teilte am Montag mit, dass Wikileaks-Gründer Assange im Rechtsstreit um seine Auslieferung in die USA Berufung einlegen darf. Für seine Unterstützer ist das ein Etappensieg.
Der High Court in London teilte am Montag mit, dass Wikileaks-Gründer Assange im Rechtsstreit um seine Auslieferung in die USA Berufung einlegen darf. Für seine Unterstützer ist das ein Etappensieg.  © Alastair Grant/AP/dpa

Die Londoner Vertreterin der Pressefreiheitsorganisation Reporter Ohne Grenzen, Rebecca Vincent, begrüßte die Gerichtsentscheidung. Der Fall Assange habe Konsequenzen für die Pressefreiheit in aller Welt und verdiene es, vor dem höchsten Gericht verhandelt zu werden.

Sie forderte die US-Regierung erneut auf, die Anklage gegen Assange fallen zu lassen.

Titelfoto: Alastair Grant/AP/dpa

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