Katja Krasavice über sexuellen Missbrauch ihres Vaters: "Tut man kleinem Mädchen nicht an!"

Leipzig - Einen "Seelen-Striptease" kündigte Katja Krasavice (23) mit ihrem Buch "Bitch Bibel" an. Den bekommt der Leser auch. Am Release-Day hat die Leipzigerin einige Dinge noch etwas konkretisiert. 

Katja Krasavice (23, r.) plauderte am Release-Day ihres Buchs "Bitch Bibel" mit Frühstücksfernsehen-Moderatorin Alina Merkau (34).
Katja Krasavice (23, r.) plauderte am Release-Day ihres Buchs "Bitch Bibel" mit Frühstücksfernsehen-Moderatorin Alina Merkau (34).  © Sat.1

Im SAT.1-Frühstücksfernsehen sprach sie mit Moderatorin Alina Merkau (34) etwas detaillierter über die Kindheit, sexuellen Missbrauch ihres Vaters und den damit verbundenen Problemen, sich liebestechnisch an einen Mann zu binden.

Mittwoch erschien ihre Autobiografie "Bitch Bibel". 200 Seiten Texte und Fotos, auf denen sie beschreibt, was sie in ihrem jungen Alter alles erlebt hat. 

Merkau wollte direkt wissen, wie man sich selbst gern als Bitch bezeichnet, sie dies doch eher negativ behaftet. "In der Kindheit wurde ich immer so genannt - Schlampe, Bitch, solche abneigenden Worte - und dann dachte ich mir, ich bin einfach so, ich bin 'ne Bitch", sagte Krasavice. 

"Ich sehe das nicht negativ. Eine Bitch ist eine Frau, die dazu steht, wie sie ist, für ihre Sexualität, die offen und gern mal freizügig und auch bossy ist." Daher rühre auch über Pseudonym "Boss Bitch". 

Freizügig, mit großer Fresse und offen über Sex redend: So sei Katrin Vogel, wie die 23-Jährige mit bürgerlichem Namen heißt, schon immer gewesen. Doch kann dies in Kombination mit großen Brüsten, dicken Lippen, üppiger Schminke und viel nackter Haut ein Vorbild für Teenies sein?

"Viele Mädels sehen gar nicht so aus wie ich, die wollen auch nicht so aussehen. Die sagen, dass ihnen das - auch sexuell - viel zu viel wäre. Aber sie feiern, dass ich genau ich bin. Das ist das, was sie als Vorbild sehen", beschwichtigt die Blondine. 

Mobbing 24/7 und der Albtraum eines Vaters

Eine Liebesbeziehung ist für den Social-Media-Star kaum möglich, was nach ihren Aussagen nach sexuellen Übergriffen auf Freundinnen auch an ihrem Vater liegt.
Eine Liebesbeziehung ist für den Social-Media-Star kaum möglich, was nach ihren Aussagen nach sexuellen Übergriffen auf Freundinnen auch an ihrem Vater liegt.  © Sat.1

In ihrer Jugend sei sie angespuckt und zusammengeschlagen worden. Als "Mobbing 24/7" bezeichnet Katja dies. 

"Meine angeblichen Freundinnen haben mich ins Wasser geschmissen. Da sind mir die Socken aus dem BH geflogen - ich wollte so aussehen, wie ich dachte, dass es allen gefällt", sorgte sie zumindest auch für einen kleinen Schmunzler. 

Am meisten verarbeite sie aber noch immer die Jahre mit ihrem Vater. Er sei gewalttätig gewesen, habe viel Alkohol getrunken und ihre Mutter "behandelt wie Abschaum". Das Schlimmste: sexueller Missbrauch ihrer Freundinnen. "Er hat einfach Dinge gemacht, die man einem kleinen Mädchen nicht antut."

Die verstörte Beziehung zu ihrem Vater sei auch verantwortlich dafür, dass die im tschechischen Teplice geborene Katrin mit Jungs "nicht so viel anfangen" kann, wenn es um eine Liebesbeziehung geht. "Es gibt ab und zu Typen, die an mich rankommen, aber dann blocke ich ab, das ist für mich schwierig." Rein sexuell sei dies aber anders.

Doch wie ist Katja Krasavice über die Jahre dennoch so selbstbewusst geworden - trotz Gewalt, Erniedrigung und Mobbing? "Ich könnte mich auch normal anziehen, dann würde mich keiner angreifen. Ich habe den harten Weg gewählt, weil ich es mag. Ich mag es, extrem zu provozieren, das macht mir Spaß. Wenn mich jemand deswegen mobbt oder beleidigt, dann ist das so - ich mach's trotzdem."

Das wichtigste Gebot für alle da draußen? "Zieht Euer Ding durch, seid, wie Ihr seid, kackt auf alle anderen - egal, wie Ihr ausseht!" 

Titelfoto: Sat.1

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