Klimaschutz nur ein lukratives Wahlkampfthema? Luisa Neubauer kontert

Berlin - Kurz vor der Bundestagswahl will "Fridays for Future" noch einmal auf die Straße gehen. Die Umweltministerin hält Klimaschutz inzwischen für ein "Top-Wahlkampfthema". Das sehen die Aktivisten anders.

Svenja Schulze (52) ist Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Svenja Schulze (52) ist Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Vor dem globalen Klimastreik an diesem Freitag hat sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (52, SPD) anerkennend über das Engagement der Aktivisten von "Fridays for Future" geäußert. "'Fridays for Future' hat schon mehr erreicht, als viele der jungen Aktivistinnen und Aktivisten vermutlich glauben", sagte Schulze am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Wichtige Fortschritte, die die SPD in dieser Wahlperiode erkämpft habe, "wären ohne diesen gesellschaftlichen Rückhalt nicht möglich gewesen", erklärte die Ministerin mit Blick auf die regelmäßigen Proteste der Klimaaktivisten.

Zum ersten Mal sei Klimaschutz ein "Top-Wahlkampfthema", das mache Mut, "die nächsten wichtigen Umsetzungsschritte anzupacken", sagte Schulze. "Heute müssen Politikerinnen und Politiker nicht mehr erklären, warum sie Klimaschutz machen, sondern warum sie nicht noch mehr für den Klimaschutz machen."

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Klimaaktivistin Luisa Neubauer (25) kritisierte den Bundestagswahlkampf hingegen als "wirklichkeitsbefreit". "Alle Parteien haben einigermaßen erfolgreich das Märchen von einer Welt erzählt, in der man alles im Griff hat", sagte Neubauer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Eine Welt, die nur noch optimiert werden muss. Also weiter so in Grün, oder weiter so in etwas sozialdemokratischer, weiter so in ein bisschen freier oder ein bisschen freundlicher. Das ist aber ein Märchen. Die Wahrheit ist: Die Krise ist da."

Klimaaktivistin Luisa Neubauer: Wahlkampf der Parteien ist "wirklichkeitsbefreit"

Luisa Neubauer (25) ist der Ansicht, dass keine Partei den Klimawandel ernst genug nimmt.
Luisa Neubauer (25) ist der Ansicht, dass keine Partei den Klimawandel ernst genug nimmt.  © Thomas Banneyer/dpa

"Fridays for Future" wirft der Bundesregierung vor, bislang zu wenig getan zu haben, um die Erderwärmung mit ihren verheerenden Folgen zu stoppen. Für diesen Freitag ruft die Organisation zum globalen Streik fürs Klima auf.

Nur zwei Tage vor der Bundestagswahl wollen die Aktivisten mit hunderten Aktionen in ganz Deutschland und weltweit die Politik noch einmal deutlich dazu ermahnen, die globalen Verabredungen im Kampf gegen den Klimawandel einzuhalten.

Ihr sei klar, dass der jetzige Stand beim Klimaschutz "noch lange nicht" reiche, sagte Schulze. Gleichzeitig verwies die Ministerin auf Schritte, die "vor drei, vier Jahren noch undenkbar" gewesen seien: "Der Kohleausstieg ist beschlossen, der CO2-Preis eingeführt, das Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Jahreszielen in Kraft, zig Milliarden Euro werden in klimafreundliche Technologien investiert."

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Es gebe noch viel zu tun, vor allem beim Ausbau der erneuerbaren Energien. "Da müssen wir mindestens doppelt so schnell werden wie bisher." In den nächsten Jahren werde es um einen grundlegenden Umbau der Industrie gehen. "Die große Unterstützung der jungen Generation wird uns dabei helfen", sagte Schulze.

Titelfoto: Montage: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa, Thomas Banneyer/dpa

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