Lanz und Lobo grillen Brinkhaus! Mega Zoff beim ZDF-Talk

Hamburg - Dieser Talk wird kein leichter sein... Das ahnte Ralph Brinkhaus (52, CDU) sicher bereits, als er seine Teilnahme in der Lanz'schen ZDF-Sendung bestätigte. Und tatsächlich, wie in einer Beißzange saß der Politiker zwischen den Stühlen und musste einige Male das Versagen seiner Partei zugeben...

Markus Lanz (51) hatte Ralph Brinkhaus (52, CDU) zu Gast - der Politiker saß wie in einer Zange gefangen - versuchte zu argumentieren - das gelang ihm nicht.
Markus Lanz (51) hatte Ralph Brinkhaus (52, CDU) zu Gast - der Politiker saß wie in einer Zange gefangen - versuchte zu argumentieren - das gelang ihm nicht.  © Screenshot/ZDF/Markus Lanz

Die CDU verliert momentan arg an Wählergunst. Dazu beigetragen haben neben Gesundheitsminister Jens Spahns (40) Masken-, Impf- und Test-Versagen besonders die Politiker der Union Nikolas Löbel (CDU, 34) und Georg Nüßlein (51, CSU) sowie "Jung"-Politiker Philipp Amthor (28, CDU), die allesamt unter "Korruptionsverdacht" im Fokus stehen.

In dieser Situation muss der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Brinkhaus "ausbaden", beschwichtigen, "schönreden" - seinen Kopf hinhalten, wie er es nennt. Das versuchte er Dienstagnacht bei Markus Lanz (51). Der Versuch misslang!

Eingeladen war Dauer-Internet-Spezi Sascha Lobo (45). Und wie es sich für einen gepfefferten Talk gehört, saß er als "Gegner, der in die Wunde fasst" direkt rechts neben Brinkhaus. Links - wie gewohnt - Markus, der Lanz.

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Und genau dieses Setting brachte ein unvergessliches Gespräch zutage.

"Schmierlappigkeit", "Staatsversagen", Korruptions-Verdacht, "Corona-Versagen" - die CDU im Kreuzfeuer

Ralph Brinkhaus (CDU, 52) hatte es nicht leicht, gegen Sascha Lobos (45) Einwände anzukommen, sein Job, sei es, "den Kopf hinzuhalten".
Ralph Brinkhaus (CDU, 52) hatte es nicht leicht, gegen Sascha Lobos (45) Einwände anzukommen, sein Job, sei es, "den Kopf hinzuhalten".  © Screenshot/ZDF/Markus Lanz

Der CSU-Abgeordnete Georg Nüßlein habe 650.000 Euro für die "Vermittlung" eines Maskendeals bekommen, Nikolas Löbel "nur" 250.000 Euro. Darauf angesprochen erklärte Brinkhaus erregt: "Das ist mehr, als die Bundeskanzlerin verdient und das für ein paar Anrufe." Richtig!

Er verurteilte seine Kollegen (etwas) und deren Deals. "Geldverdienen an der Krise – das geht nicht." Auch richtig.

Das justiziable Wort "Korruption" nahm er bewusst nicht in den Mund, es müsse noch "aufgeklärt" werden, heißt es - mal wieder. "Wir haben darauf gedrängt."

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Markus Lanz hakte nach, ob die beiden denn nicht "freiwillig die Konsequenzen gezogen" haben. "Wenn da nichts gemacht worden wäre, denke ich mal, wären sie geblieben", muss Brinkhaus zugeben.

Immer wieder betonte der Politiker, sichtlich um Contenance bemüht, dass "der Blick nach vorn mit Transparenzgesetz und Lobby-Register" jetzt wichtig sei: "Manchmal braucht man die Krise, um Sachen durchzusetzen, so schlimm das auch ist, wir müssen das nutzen, um etwas zu verändern."

Lobo erwidert kampfeslustig, dass man es ja 16 Jahre lang längst hätte machen können...

Brinkhaus in der Zwickmühle zwischen zwei Medien-Profis

Nur einer, der momentan im Korruptions-Feuer steht: Nikolas Löbels (34, CDU) 250.000-Euro-"Deal" ist einer der Gründe dafür, dass die CDU momentan in der Wähler-Gunst verliert.
Nur einer, der momentan im Korruptions-Feuer steht: Nikolas Löbels (34, CDU) 250.000-Euro-"Deal" ist einer der Gründe dafür, dass die CDU momentan in der Wähler-Gunst verliert.  © Jörg Carstensen/dpa

Nun kommt auch noch des NRW-Ministerpräsidenten und CDU-Chefs Armin Laschet (60) eventuelle Verwicklung aufs Tapet: Der wahlkämpfende Laschet habe ja ebenso "eigene Masken-Merkwürdigkeiten" mit der Vermittlung eines Millionenauftrags des Landes NRW durch seinen Sohn Joe an die Modefirma van Laack zu beackern...

"Ich denke mal, das ist jetzt eine Unterstellung", versucht Brinkhaus, den Korruptions-Ball flach zu halten. "Welcher Teil genau?", fragte Lobo und brachte die "junge" CDU-Hoffnung Amthor ins Korruptions-Debakel.

Auch der Philipp steht eventuell nach Bekanntwerden seiner "Aktien-"Lobbyarbeit für "Augustus Intelligence" wieder zur Disposition, obwohl er für die Bundestagswahl im September als CDU-Spitzenkandidat in Meck-Pomm antritt.

Es fiel Lobos köstliches Wort der "ökonomischen Schmierlappigkeit". Wieder musste Brinkhaus schlucken und beschwichtigen.

Brinkhaus mit dem Rücken an der Wand

Lobo zu Brinkhaus: "Ich bin ja nicht hier, um Sie zu loben, das machen Sie schon selbst."
Lobo zu Brinkhaus: "Ich bin ja nicht hier, um Sie zu loben, das machen Sie schon selbst."  © Screenshot/ZDF/Markus Lanz

Amthors Vergehen sei "ein ganz anderes", "er ist noch jung" und verdiene "eine zweite Chance". Schließlich habe er seinen "Fehler" (auch hier geht's immerhin um 250.000 Euro!) "sehr, sehr stark eingesehen".

Dann bekam auch CDU-Mitglied Spahn eine Einlassung durch Lobo: Spahns FFP2-Masken zum überhöhten Stückpreis von 10,50 Euro auf Vermittlung der EU-Abgeordneten Monika Hohlmeier (58, CSU) sei auch "eine große Merkwürdigkeit".

Für Lobo sei dieser teure "Deal unter Beteiligung der Tochter des ehemaligen CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß eine klassische Korruptions-Affäre", quasi "Amigo 2.0".

Mit den Abgeordneten Nüßlein und Löbel habe Brinkhaus "nur die beiden Hinterbänkler" rausgegriffen - zum Abschuss freigegeben. Frei nach dem Motto: "Die Kleinen ordentlich bestrafen und bei den Großen nicht genau hinschauen", lautet das Fazit.

Brinkhaus war arg bemüht, mit Ironie zu kontern, was ihm abermals nicht gelang. "Ich werde verprügelt – ich mache das ja auch freundlich mit. Es ist ein interessanter Abend. Aber können wir das einfach mal sachlich machen?"

Lobo antwortete spitzfindig: "Ich bin ja nicht hier, um Sie zu loben, das machen Sie schon selbst."

Es sei Lobos Job zu provozieren, "mein Job, den Kopf hinzuhalten", so der genervte Politiker. "Es ist ja nicht alles schiefgelaufen, Vieles ist gut in der Krise gelaufen", behauptet der CDU-Politiker sichtlich in die Ecke gedrängt.

Das ganze Interview gibt's in der >> ZDFmediathek - lohnt sich! Das war politische Unterhaltung "at it's best..."

Titelfoto: Screenshot/ZDF/Markus Lanz

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