Bei Markus Lanz rudert AfD-Chef Gauland wegen Boateng-Aussage zurück: "Würde neben ihm wohnen"

Hamburg - Fußball und die AfD - das passt einfach nicht zusammen. Schon mehrfach ist die Partei mit diversen Aussagen rund um das Leder ins Abseits geraten.

AfD-Chef Alexander Gauland (80) musste sich alten Aussagen stellen.
AfD-Chef Alexander Gauland (80) musste sich alten Aussagen stellen.  © Kay Nietfeld/dpa

Jüngst sorgte AfD-Politiker Uwe Junge (63) auf Twitter für ein Eigentor.

"Münchener Arena soll beim Ungarn-Spiel in Regenbogenfarben leuchten und Neuer trägt die Schwuchtelbinde statt unsere Nationalfarben", schrieb der jahrelange Fraktionschef in Rheinland-Pfalz zur Debatte anlässlich der LGBTQ+-Debatte rund um das Ungarn-Spiel der DFB-Elf.

Während Fraktionsvorsitzende Alice Weidel (42) Junge mit Parteiausschluss drohte, gab sich ihr Co, Alexander Gauland (80), am Donnerstag in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" deutlich zurückhaltender.

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"Ich finde es falsch, was Herr Junge gemacht hat. Aber ich finde es keinen Grund, jemanden aus der Partei auszuschließen", sagte er. "Der Tweet ist albern. Das ist nicht unsere Partei. Das hätte er besser gelassen den Quatsch."

Der Konter der weiteren Gäste ließ nicht lange auf sich warten. "Das ist nicht albern, das ist homophob", setzte Spiegel-Journalistin Ann-Katrin Müller (34) zum Gegenstoß an.

Die Aussagen von Junge unterstützten die Grundzüge der Partei, dass eine Familie nur aus Vater, Mutter und Kind bestehen dürfe.

Moderator Markus Lanz kramt alte Aussage von Alexander Gauland zu Jérôme Boateng hervor

Als Nationalspieler wurde Jérôme Boateng von den Fans gefeiert. (Symbolbild)
Als Nationalspieler wurde Jérôme Boateng von den Fans gefeiert. (Symbolbild)  © Marius Becker/dpa

Gauland setzte umgehend zur Verteidigung an. "Deshalb muss ich ja aber Leute, die anders orientiert sind, nicht beleidigen. Sie wissen, dass Frau Weidel anders orientiert ist und ich arbeite seit vier Jahren mit ihr sehr gut zusammen." Im Gegensatz zu ihrer Co halte der 80-Jährige nichts von Ausschlüssen.

Nach einer mehr als unglücklichen Überleitung von Moderator Markus Lanz (52), für die er den Ex-Bundesliga-Profi Neven Subotic (32) missbrauchte, weil der als Kind mit seiner Familie aus Jugoslawien flüchtete und im Schwarzwald bei einer Familie unterkam, spielte er auf eine alte Aussage Gaulands an.

Dieser hatte sich 2016 abfällig über den damaligen Nationalspieler Jérôme Boateng (32) geäußert. "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben."

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Erst wollte Lanz von Subotic wissen, wie die Nachbarn es fanden, als er mit seinen Eltern plötzlich eingezogen sei, um dann den Angriff auf Gauland mit der gezielten Anspielung fortzusetzen.

Der AfD-Chef ging wieder gekonnt in den Verteidigungsmodus und fühlte sich schlichtweg missverstanden. "Es gibt einen gewissen Alltagsrassismus in der Gesellschaft. Das habe ich damit ausdrücken wollen. Das war alles", versuchte er zu erklären.

Alexander Gauland erklärt Boateng-Aussage von 2016

"Ich wollte sagen, dass wir nicht immer ehrlich miteinander sind: Dass wir beim Fußball jubeln, aber wenn er unser Nachbar ist, dann gibt es erst mal einen Schluckauf. Das war meine Aussage. Das hatte überhaupt nichts Rassistisches von mir aus zu tun."

Lanz, eigentlich ja als Unparteiischer unterwegs, ging nun auch zum Angriff über und wollte wissen, ob Gauland sich Boateng denn nun als Nachbar vorstellen könne. "Ja, natürlich. Das ist doch überhaupt kein Problem", antwortete er prompt.

Fußballerisch war für den 80-Jährigen damit Spielende.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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