"War scheiße auffällig": Musikstar Clueso über seine Zeit in der Kinder-Klapse und Nazi-Angriffe

Erfurt/Hamburg - Thomas Hübner alias Clueso (41) ist einer der bekanntesten Popmusiker Deutschlands. Rund zwei Millionen Mal wurden seine acht Alben bislang verkauft. Anfang Oktober soll Nummer neun erscheinen. In einem Interview mit DB Mobil hat der Sänger Einblicke in seine Vergangenheit gegeben.

Thomas Hübner alias Clueso (41) hat in einem Interview mit DB Mobil über seine Kindheit, den Mauerfall und die Anfänge seiner Musikkarriere gesprochen. (Archivbild)
Thomas Hübner alias Clueso (41) hat in einem Interview mit DB Mobil über seine Kindheit, den Mauerfall und die Anfänge seiner Musikkarriere gesprochen. (Archivbild)  © Monika Skolimowska/dpa

Der gebürtige Thüringer bezeichnete sich in dem Gespräch mit dem Kundenmagazin der Deutschen Bahn selbst als "hyperaktiv".

"Ich bin überall angeeckt, aber keiner hat gecheckt, dass da eine Energie ist, die kanalisiert werden wollte, und ich nur das Ventil nicht gefunden habe. Ich hätte Lehrer gebraucht, die mir zuhören, die Ideen haben, was ich machen könnte", erklärte der Sänger und fügte hinzu:

"Stattdessen war ich einfach nur scheiße auffällig und bin irgendwann in eine Klinik gekommen."

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Trauriger Höhepunkt seines Energieüberschusses: Clueso musste in eine psychiatrische Kinderklinik. Ganze sechs Wochen musste er dort verbringen, bis ihn seine Eltern dort herausgeholt haben, verrät er.

Im weiteren Verlauf des Interviews spricht der "Flugmodus"-Interpret über seine Freiräume als Kind, bei dem der Mauerfall im November 1989 keine unerhebliche Rolle spielte. Zu diesem Zeitpunkt war der Erfurter neun Jahre alt.

"Die Erwachsenenwelt war krass mit sich beschäftigt, sogar die Polizei hatte anderes zu tun, als auf uns zu achten. Auf einmal war die ganze Stadt ein einziger Spielplatz", berichtet der 41-Jährige gegenüber DB Mobil. Die Zeit nach dem Mauerfall sei für ihn einfach toll gewesen.

Clueso: "Viele Jahre wollte mir keiner zuhören"

Der 41-Jährige musste für seinen Erfolg in der Musikbranche viele Jahre kämpfen. (Archivbild)
Der 41-Jährige musste für seinen Erfolg in der Musikbranche viele Jahre kämpfen. (Archivbild)  © Uli Deck/dpa

Clueso, der heute in der Popmusik unterwegs ist, begann seine musikalische Laufbahn als Rapper - was ihn nach der Wendezeit in Ostdeutschland zur Zielscheibe machte.

"Es war in den ostdeutschen Innenstädten überhaupt kein Problem, als Neonazi aufzutreten - Shirts mit Logos von rechten Bands oder von Marken wie Thor Steinar und Lonsdale, Springerstiefel, weiße Schnürsenkel. Und wir Hip-Hopper sind dann von den Nazis durch die Stadt gejagt worden", sagte der Thüringer.

Doch von solchen Schwierigkeiten bzw. Anfeindungen ließ er sich nicht unterkriegen. Er machte weiter Musik, auch, als der Erfolg anfangs ausblieb.

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"Viele Jahre wollte mich keiner hören. Damals habe ich gedacht, dass die da draußen alle doof sind. Dass die meinen Style nicht checken, dass die da oben mir keine Chance geben, dass die Plattenfirmen keinen Geschmack haben."

Mittlerweile hat allerdings keiner mehr Zweifel an den Fähigkeiten des Sängers. Allein im Jahr 2020 brachte der Sänger und Songwriter mit "Flugmodus", "Sag mir was du willst", "Tanzen" und "Andere Welt" mehrere erfolgreiche Hits raus.

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa

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