Nach Schuss-Drama um Alec Baldwin: Waren die Sicherheits-Vorkehrungen am Set zu lasch?

Santa Fe (New Mexico/USA) - Schock über den Tod einer Kamerafrau bei einem Western-Dreh hält an. Die Polizei ermittelt, wie Schauspieler Alec Baldwin (63) mit einer Requisitenwaffe den tödlichen Schuss abfeuern konnte. Es gibt Berichte über unzureichende Sicherheitsvorkehrungen am Set.

Alec Baldwin (63) gab den tödlichen Schuss ab. Der Schauspieler zeigte sich nach dem Vorfall traurig und schockiert.
Alec Baldwin (63) gab den tödlichen Schuss ab. Der Schauspieler zeigte sich nach dem Vorfall traurig und schockiert.  © Jim Weber/Santa Fe New Mexican/AP/dpa

Der tödliche Schuss aus der Requisitenwaffe des Schauspielers Alec Baldwin auf eine Kamerafrau am Set eines Western-Films gibt weiter Rätsel auf.

Zu den genauen Umständen des Vorfalls im US-Bundesstaat New Mexico und dem fatalen Projektil gebe es noch immer offene Fragen, teilte die Polizei am Freitagabend (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Ermittler hätten den Drehort durchsucht.

Die New York Times zitierte aus einem Polizeibericht, dass ein Regieassistent auf dem Set des Westerns "Rust" eine sogenannte Prop-Waffe mit dem Hinweis an Baldwin übergeben habe, sie enthalte keine scharfe Munition.

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Doch als der Schauspieler die Waffe am Donnerstag abfeuerte, kam es zur Tragödie: Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins erlitt tödliche Verletzungen, Regisseur Joel Souza (48) wurde ebenfalls getroffen und mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus gebracht. Er konnte aber später entlassen werden, wie US-Medien berichteten.

Alec Baldwin ist schockiert über den Tod von Halyna Hutchins

Kamerafrau Halyna Hutchins (42) wurde bei Dreharbeiten zum Film "Rust" tödlich verletzt. Noch ist unklar, wie es zu dem Unglück kam.
Kamerafrau Halyna Hutchins (42) wurde bei Dreharbeiten zum Film "Rust" tödlich verletzt. Noch ist unklar, wie es zu dem Unglück kam.  © Adam Egypt Mortimer/Adam Egypt Mortimer/AP/dpa

"Es gibt keine Worte, um den Schock und die Trauer auszudrücken angesichts des tragischen Unfalls, der das Leben von Halyna Hutchins beendet hat", schrieb Baldwin am Freitag auf Twitter. Sie sei zugleich "Ehefrau, Mutter und zutiefst bewunderte Kollegin von uns" gewesen.

"Ich kooperiere vollkommen mit der polizeilichen Untersuchung, um herauszufinden, wie diese Tragödie geschehen konnte. Und ich stehe in Kontakt mit ihrem Ehemann, um ihm und seiner Familie meine Unterstützung anzubieten."

Der Gedanke an "ihren Ehemann, ihren Sohn und all diejenigen, die Halyna kannten und liebten", breche ihm das Herz.

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Strafrechtliche Vorwürfe wurden laut Polizei bislang nicht erhoben. Der Dreh wurde bis auf Weiteres eingestellt.

Die Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western "Rust", bei dem Baldwin auch als Produzent mitwirkte, hatten Anfang Oktober auf der Bonanza Creek Ranch begonnen.

Auf dem Gelände nahe einer früheren Goldgräberstadt in der Wüste New Mexicos wurden bereits zahlreiche Filme produziert.

Waren die Sicherheitsvorkehrungen am Set zu lasch?

Gab es bei den Dreharbeiten in Santa Fe (USA) Probleme mit den Sicherheitsprotokollen?
Gab es bei den Dreharbeiten in Santa Fe (USA) Probleme mit den Sicherheitsprotokollen?  © Jae C. Hong/AP/dpa

Laut einem Bericht der Los Angeles Times vom Freitag sollen sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und schlechte Bedingungen wie lange Arbeitszeiten beschwert haben.

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, mehrere Mitarbeiter der Kamera-Crew hätten wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen den Drehort verlassen.

Die in Hollywood üblichen Sicherheitsprotokolle seien nicht strikt befolgt worden, hieß es.

Laut der Los Angeles Times ist üblicherweise ein Requisiteur oder ein lizenzierter Waffenmeister für die am Set benutzten Waffen zuständig.

Zu dessen Aufgaben gehöre es auch, diese mit Platzpatronen zu laden und den Schauspielern und Regieassistenten den Umgang damit zu erklären. Scharfe Munition sei am Set verboten.

Titelfoto: Montage: Jae C. Hong/AP/dpa, Weber/Santa Fe New Mexican/AP/dpa

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