Nina Bott entsetzt über sexistische Sportschau-Werbung: "'Ne ganz merkwürdig Geschichte"

Hamburg - Die ARD-Sportschau wirbt derzeit mit einem recht provokanten Plakat für ihre Sendung. Schauspielerin Nina Bott (44) ist gerade zu schockiert über die Botschaft des Werbemittels.

Mit diesem Plakat wirbt die ARD-Sportschau.
Mit diesem Plakat wirbt die ARD-Sportschau.  © Screenshot/Instagram/ninabott

Was haben sich die Marketingleute dabei nur gedacht, könnte man sich fragen.

Zu sehen sind die drei jubelnden Fußballspieler Marcus Ingvartsen (26, 1. FSV Mainz 05), Marco Reus (33, Borussia Dortmund) und Leroy Sané (26, FC Bayern München). Dazu steht in fetten Lettern: "Mittwoch: Pony-Party Deiner Tochter. Mit Dir als Pony. Freu Dich auf Samstag!"

Was es auf den ersten Blick aussagen soll, scheint klar zu sein: Männers! Schaut Samstagabend die Sportschau und entspannt Euch.

Nach Stunden des Bangens: Falsch-positiver Corona-Test bei Nina Bott
Nina Bott Nach Stunden des Bangens: Falsch-positiver Corona-Test bei Nina Bott

Was allerdings außerdem suggeriert wird, ist laut Nina Bott folgendes: Dass Fußball nur etwas für "echte Männer" sei "und als wäre das Familienleben unter der Woche so anstrengend und schlimm, dass man am Samstag unbedingt Fußball gucken muss, dann ist die Welt wieder in Ordnung."

Auch Freund und Vater von drei ihrer vier Kindern, Benjamin Baarz (35), zeigte sich laut seiner Partnerin schockiert über die Werbung. Er wolle nicht, dass kleinen Mädchen, die Ponys lieben, suggeriert werde, dass es für ihre Väter "scheiße" wäre, mit ihren Kindern zu spielen und sei froh, dass Töchterchen Luna noch nicht gut genug lesen könne, um beim Vorbeifahren das Plakat zu verstehen.

"Irgendwie 'ne ganz merkwürdig Geschichte", fasste es die 44-Jährige zusammen. Was sich die Sportschau dabei gedacht hat, würde sie brennend interessieren. Vermutlich nicht mehr als: Männer mögen Fußball, Mädchen Ponys. Basta.

Neele Hüppner kritisiert die Sportschau auf Twitter

Sportschau äußert sich zu Kritik

Nina Bott (44) auf Instagram.
Nina Bott (44) auf Instagram.  © Screenshot/Instagram/ninabott

Neu ist die Aufregung um das Werbeplakat allerdings nicht. Schon Anfang August echauffierten sich Twitter-User über die Botschaft des Plakates.

So schrieb Nele Hüppner, laut Twitter-Profil Volontärin beim NDR: "Hey Sportschau- tolle Kampagne, die ihr euch da zum Start der Bundesliga ausgedacht habt. Wirklich. Spricht mich voll an. Aber psssst. Ich hab' gehört, Mädchen und Frauen interessieren sich auch für Fußball. Und Jungs für Ponys."

Diesen Sexismus-Vorwurf wollte sich die Sendung nicht gefallen lassen und reagierte:

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Nina Bott Vierfach-Mama Nina Bott bleibt bei der Erziehung ihrer Kinder ganz entspannt: "Beschäftigt mich Null"

"Wir verstehen nicht, wieso sich die Mutter nach der Pony-Party mit ihrer Tochter nicht auf die Sportschau freuen darf?! Hier werden Eltern jedes Geschlechts angesprochen. Und dass sich Jungs nicht für Pferde interessieren würden, würden wir auch nie behaupten." Lassen wir das mal so stehen.

Glücklicherweise bewies die Deutsche Frauennationalmannschaft erst zuletzt bei der Europameisterschaft, wie es um Frauen/Mädchen und den Fußball gestellt ist, indem sie sich bis ins Finale um den EM-Titel kickten.

Titelfoto: Screenshot/Instagram/ninabott

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