Nina Queer schockiert: Nach Interview als Rassistin dargestellt?

Berlin – Nina Queer (30+) gehört zweifelsohne zu den bekanntesten Travestie-Künstlern des Landes. Dass sie durch ihre spitze Zunge und frivole Art aneckt, ist ihr bewusst. In der queeren Community wird sie dafür von vielen auch gefeiert.

Nina Queer beschwert sich über die Berichterstattung eines Berliner Tagesblattes.
Nina Queer beschwert sich über die Berichterstattung eines Berliner Tagesblattes.  © imago images / eventfoto54

Der Tagesspiegel interviewte das Urgestein der Schwulenszene und entlockte ihr provokante Aussagen. 

Doch was sie in dem vor Kurzem erschienenen Artikel zu lesen bekam, schmeckt ihr gar nicht!

"Ich bin schockiert, wie der Tagesspiegel mein Interview wiedergibt und meine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen hat", regt sich die Transe, wie sie sich selbst oft bezeichnet, bei Instagram und Facebook auf. 

"Ganze Sätze sind unvollendet gebliebenen und wurden mit völlig anderen Aussagen und Wortfetzen ergänzt."

"Man muss Grenzen überschreiten."

Ihr Aussagen im Interview wurden angeblich aus dem Zusammenhang gerissen.
Ihr Aussagen im Interview wurden angeblich aus dem Zusammenhang gerissen.  © Imago images

Laut Tagesspiegel habe sie vor drei Jahren ein homophober Angriff in Kreuzberg dazu veranlasst, auf Facebook einen wutentbrannten Post in die Welt zu setzen, in dem sie gefordert habe, einen jugendlichen Täter abzuschieben. Dieser hätte einen arabischen Migrationshintergrund gehabt. In dem Zusammenhang wird die Drag mit folgenden Worten zitiert: "Man muss Grenzen überschreiten. Rückgrat und eine eigene Meinung sind die wertvollste Währung, die man heute haben kann."

Außerdem soll sie dem Medium gegenüber gesagt haben: "Entweder man ist der Meinung der Masse und wird gefeiert, oder man wird in den sozialen Netzwerken ans Kreuz genagelt." "Dann bin ich eben die erste Hitler-Transe, die es gibt, dann nehme ich das so hin." Auch diese Aussagen werden in Zusammenhang mit dem alten Facebook-Post gebracht und erwecken so den Eindruck, die Party-Ikone habe eine negative Einstellung zu Ausländern.

Zu Unrecht? Ihre Follower reagieren gespalten. Manche reden von Rufmord, den der Tagesspiegel betreibe. 

"Clickbait von Journalisten ohne Ethik", kommentiert zum Beispiel jemand. Andere finden's halb so wild. "Vermarktungstechnisch nicht der schlechteste Titel. Statt Gegendarstellung lieber Blumen schicken und Danke sagen", schreibt einer. Eine andere findet, dass der Artikel doch insgesamt sehr liebevoll geschrieben sei und das Presserecht ihr doch ein Recht auf Gegendarstellung einräume.

Update, 8. Juni: "absolute Frechheit"

Wenn es nach Nina Queer ginge, wäre der Artikel in dieser Form nie erschienen. Dort steht zum Beispiel, sie beleidige in ihrem Glamourquiz Italiener, Asiaten und Lesben. Gegenüber TAG24 erklärt die Entertainerin: "Es gab nie eine Beleidigung meiner Gäste in dieser Hinsicht! Diese 'Beleidigungen' waren ein komplettes Comedy Programm, welches auch von allen Gästen als solches verstanden wurde." Niemand habe sich darüber beschwert, weil es eindeutig als Satire erkennbar sei. Der (weit) über 30-Jährigen zufolge müsse der Redakteur "an seiner Auffassung von Humor arbeiten".

Zudem missfällt ihr, dass es im Text heißt, sie "probiere" sich als Autorin. "Ich schreibe seit 18 Jahren Kolumnen für diverse Magazine und Zeitungen", stellt sie TAG24 gegenüber klar. Und das frisch erschienene "Sie ist wieder da" sei schließlich auch nicht ihr erstes Buch. Dass der Tagesspiegel-Journalist Nina somit als Anfänger-Schriftstellerin hinstellt, ist ihrer Meinung nach "eine absolute Frechheit".

Die schräge Brünette sei zwar gut im Austeilen und gleichzeitig hart im Nehmen, aber Ungerechtigkeit könne sie nicht leiden, sagt sie.

Titelfoto: imago images / eventfoto54

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