Corona-Tacheles von deutschen Künstlern: Roland Kaiser findet deutliche Worte!

Dresden - Lieb mich ein letztes Mal? Zahlreiche freischaffende Künstler sind von dem am Mittwochnachmittag von der Bundesregierung angekündigten erneuten Corona-Lockdown (TAG24 berichtete) einmal mehr schwer ge- und betroffen. Künstler wie Schlager-Legende Roland Kaiser (68) versuchen nun mit deutlichen Worten, den vielen, vielen Menschen im Hintergrund, deren Existenzen von der Krise in Deutschland arg bedroht sind, eine wichtige Stimme zu verleihen.

Schlager-Legende Roland Kaiser (68) am Rande der #AlarmstufeRot-Pressekonferenz am 28. Oktober.
Schlager-Legende Roland Kaiser (68) am Rande der #AlarmstufeRot-Pressekonferenz am 28. Oktober.  © Jörg Carstensen/dpa

Über die sozialen Netzwerke rufen zahlreiche namhafte Künstler aus diesem Grund entsprechend zur Hilfe auf. Der "#AlarmstufeRot Tag" zeigt die Verzweiflung einer ganzen Branche.

Wie Kaiser unter anderem auf seinem Instagram-Account veröffentliche, wolle er "vor allem diejenigen, die vor und hinter der Bühne arbeiten und die man sonst nicht sieht", in den Vordergrund rücken und ihnen damit "ein Gesicht" geben.

Dann ballt er in den folgenden Lettern imaginär die Faust und ist bereit, um "Tacheles zu reden": "Ich habe Angst um die vielen Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich auf Tour zusammenarbeite. Um die vielen Dienstleister, die zu unserer Branche gehören. Und um die jungen Künstlerinnen und Künstler am Anfang ihrer Karriere ohne finanzielles Polster", so Kaiser in seinem emotionalen Post und schiebt an: "Was soll aus ihnen allen werden?"

Der Künstler nimmt kein Blatt vor den Mund. 

So wie er "kotzten" sich viele bekannte Künstler in den vergangenen Stunden über das aus, was gerade ihre eigene Branche seit Pandemie-Beginn durchmachen muss.

Max Mutzke: Manche haben "sich bereits aus purer Verzweiflung das Leben genommen"

Sänger Max Mutzke (39) ist ebenfalls Teil der #AlarmstufeRot-Bewegung.
Sänger Max Mutzke (39) ist ebenfalls Teil der #AlarmstufeRot-Bewegung.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Leicht war es mit Sicherheit für so gut wie keinen - ganz im Gegenteil. Doch freischaffende Künstler, Schausteller, Sänger, Comedians und gerade die Leute hinter den jeweiligen Show-Kulissen fallen so gut wie durch jedes Raster. Das ist ein Problem.

Auch Sänger Max Mutzke brachte das Thema in seinem Post auf Facebook knallhart auf den Tisch, sprach eine düstere Wahrheit aus: "Die Situation ist vielerorts so ernst, dass manche Unternehmer und Selbstständige sich bereits aus purer Verzweiflung das Leben genommen haben."

Seit Monaten warte man trotz erstellter Hygiene-Konzepte, erneuerter Lüftungsanlagen und den geforderten Nachverfolgungslisten "auf konkrete und zielführende Entscheidungen".

Kaiser: "Branche darf doch nicht zum Kollateralschaden im Kampf gegen das Virus werden!"

Kaiser fordert in seinem Post indes: "Wir … Ihr … die ganze Branche darf doch nicht zum Kollateralschaden im Kampf gegen das Virus werden!"

Der 68-Jährige will sich dem Kampf gegen das Coronavirus stellen, sieht die Ernsthaftigkeit und die Notwendigkeit für Maßnahmen, jedoch kämpft er auch für einen ganzen Wirtschaftszweig und die Perspektive von Tausenden Einzelschicksalen. Er schickt an: "Unsere Branche braucht JETZT Hilfe, um nach Corona voller Kraft zurückzukommen."

Ein Aufruf, dem sich mit Sicherheit auch so manch andere Branche anschließen möchte ... 

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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