SED-Experte Rathenow widerspricht Kati Witts Corona-DDR-Vergleich

Dresden - Der scheidende SED-Landesbeauftragte Lutz Rathenow (68) reagiert mit Befremden auf neuerliche Corona-Äußerungen der früheren Eiskunstläuferin Katarina Witt (55).

Die einstige Staatssportlerin Katarina Witt (55).
Die einstige Staatssportlerin Katarina Witt (55).  © Maik Börner

Sie hatte über soziale Medien vermeintliche Parallelen zwischen der Situation in der DDR und jetzigen pandemiebedingten Beschränkungen ausgemacht. Ausdrücklich nannte Witt "Freiheits-" und "Reisebeschränkungen".

Rathenow sagte dazu auf TAG24-Anfrage: Wenn überhaupt, dann wäre die heutige Situation nur mit Grippewellen in der DDR vergleichbar.

Da aber sei eine Mischung aus "Geheimhaltung, Vertuschung" und "durchaus nützlichen administrativen Maßnahmen" praktiziert worden.

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Die jetzige Situation jedoch sei "transparent in jeder Weise. Und das heißt auch in einer gewissen Hilflosigkeit in bestimmten Aktionen".

Konkret meine er: "Nie waren Politiker eigentlich offener und ehrlicher, bei einer solchen Naturkatastrophe so viele Bürger wie nur irgend möglich mitzunehmen." Das habe mit DDR wirklich wenig zu tun, schrieb er Witt ins Stammbuch.

Katarina Witt nur hilflos?

Der frühere DDR-Bürgerrechtler Lutz Rathenow (68).
Der frühere DDR-Bürgerrechtler Lutz Rathenow (68).  © Holm Helis

"Es zeigt die Hilflosigkeit in manchen Situationen, wenn man plötzlich nicht durchblickt, vielleicht auch gar nicht mehr durchblicken kann, wieso so ein Virus vom einen auf den anderen Tag nicht einfach auszuschalten ist." Der DDR-Vergleich von Witt sei eine "Kompensation der eigenen Hilfslosigkeit".

Er verstehe die Sportlerin sogar und wolle ihr auch keinen großen Vorwurf machen. "Aber der Vergleich ist nicht klug."

Titelfoto: Montage: Holm Helis, Maik Börner

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