Zweite Corona-Platte: Taylor Swift erzählt noch mehr große Folk-Geschichten

Von Lisa Forster

Los Angeles (USA) - Nur fünf Monate nach dem gefeierten Album "Folklore" überraschte Taylor Swift (31) vor wenigen Tagen schon wieder mit einer neuen Platte.

US-Superstar Taylor Swift (31) konnte 2020 einfach nicht aufhören, Songs zu schreiben.
US-Superstar Taylor Swift (31) konnte 2020 einfach nicht aufhören, Songs zu schreiben.  © dpa/AP/Invision/Evan Agostini

Trotz der kurzen Zeitspanne ist auch "Evermore" herausragend geworden. In den USA schoss das Album sofort an die Charts-Spitze, bei uns ist "Evermore" in der zweiten Woche auf Platz sechs der Top-Ten gestiegen.

"Simpel gesagt: Wir konnten einfach nicht aufhören, Songs zu schreiben", teilte Swift Mitte Dezember ihren 141 Millionen Fans auf Instagram mit. Stunden später veröffentlichte sie völlig überraschend "Evermore", ihr zweites Studioalbum im Corona-Jahr 2020 und ihr insgesamt neuntes.

Es ist eine Fortsetzung der gefeierten Folk-Platte "Folklore", die erst vor fünf Monaten erschien, und doch kein Schnellschuss, sondern Swifts zweite große Corona-Platte mit einer ganzen Reihe eingängiger Songwriter-Stücke. Die Indierock-Band The National und der Elektro-Folker Bon Iver haben Gastauftritte.

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Alle Songs wie "Gold Rush" oder "Champagne Problems" sind mit zurückhaltenden Streichern unterlegt. Doch während die meisten Lieder von einer gezupften Akustikgitarre und melancholischen Klaviermelodien begleitet werden, findet sich hier ein unterschwelliger Beat.

Er zeigt: Diese Lieder würden - anders instrumentiert - auch als Dance-Hits funktionieren.

Taylor Swift: Weg von der eigenen Vergangenheit, hin zu schönen Geschichten

Auf "Folklore" folgt "Evermore" (Republic Records/Universal).
Auf "Folklore" folgt "Evermore" (Republic Records/Universal).  © dpa/Republic Records via AP/Uncredit

Aber daran hat Swift kein Interesse. Stattdessen hören wir neben Gitarre und Piano mal Mandoline und manchmal warme Synthesizer.

"Evermore" macht erneut deutlich, welch gute, ja große Songwriterin Swift ist - in zweifacher Hinsicht.

Da ist zum einen dieser scheinbar unerschöpfliche Vorrat an gefälligen, aber nicht abgenutzten Melodien. Mitsingtauglich und doch so clever, dass man sich nicht an ihnen satthört.

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Zum anderen hat Swift auch in erzähltechnischer Sicht großes Talent. Hatte sie früher oft damit gespielt, sich in den Texten vermeintlich aus ihrer eigenen Vergangenheit zu bedienen, so setzt sie jetzt stärker darauf, fiktive Storys zu erzählen, in bester Folk-Tradition.

Vielleicht macht das Swifts Erfolg aus: Der vielleicht größte Musikstar dieser Tage erzählt einfach nur schöne Geschichten.

Titelfoto: Montage: dpa/AP/Invision/Evan Agostini, dpa/Republic Records via AP/Uncredit

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