"Persona non grata": Wird der Thai-König nun in Deutschland zur unerwünschten Person erklärt?

Berlin/Tutzing - Maha Vajiralongkorn (68) besucht gerne Bayern. Weil er aber nicht irgendwer, sondern der König von Thailand ist, sorgt das immer wieder für Probleme. Kann man als König überhaupt privat unterwegs sein?

Maha Vajiralongkorn (68), König von Thailand, sorgte mit seinen Besuchen in Bayern immer wieder für Diskussionsstoff.
Maha Vajiralongkorn (68), König von Thailand, sorgte mit seinen Besuchen in Bayern immer wieder für Diskussionsstoff.  © Sunti Teapia/AP/dpa

Der Monarch benötigt für eine Einreise nach Deutschland kein Visum, auch wenn er sich hier ausschließlich zu privaten Zwecken aufhält.

Das stellt das Auswärtige Amt in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen klar, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Danach gelten die Einreisebestimmungen aus dem Aufenthaltsgesetz für den Monarchen Maha Vajiralongkorn grundsätzlich nicht mehr, seitdem er 2016 den Thron bestiegen hat.

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Als Kronprinz sei er dagegen bei seinen häufigen Aufenthalten in Bayern noch auf ein Visum angewiesen gewesen.

Seit Monaten gibt es Ärger um die ausgiebigen Aufenthalte des Königs im Freistaat.

Im Kern geht es um die Frage, ob der Monarch sein Land von deutschem Boden aus regiert oder nicht. Er besitzt eine Villa in Tutzing am Starnberger See und hielt sich auch während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr zeitweise in einem Luxus-Hotel in Garmisch-Partenkirchen auf.

Zu privaten Zwecken war das damals eigentlich verboten.

Thai-König benötigt auch als Tourist kein Visum für Deutschland

Das Eingangstor zur Villa des thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn am Starnberger See.
Das Eingangstor zur Villa des thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn am Starnberger See.  © picture alliance / Ursula Düren/dpa

Die Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, Antje Leendertse, betont aber auch jetzt wieder in ihrer Antwort an Dagdelen, dass die thailändische Regierung die Deutschland-Besuche des Königs als "Privataufenthalte" einstuft.

Außenminister Heiko Maas hatte dem König im vergangenen Jahr mit Konsequenzen für den Fall gedroht, dass bei dessen Aufenthalten in Bayern rechtswidriges Verhalten festgestellt werde.

Seit Mitte Oktober ist der König nun wieder in Thailand, wo es seit Monaten Demonstrationen gegen die Regierung gibt, bei denen auch die Deutschland-Besuche des Staatsoberhaupts thematisiert werden. Ob und wann er im neuen Jahr wieder nach Deutschland kommen will, ist offen.

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Nach einem Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags vom November könnte die Bundesregierung eine Einreise nur verhindern, wenn sie den König zur "persona non grata", zur unerwünschten Person, erklärt.

Genau das fordert die Linken-Politikerin Dagdelen nun: "Bundesaußenminister Heiko Maas muss den bizarren Thai-König zur unerwünschten Person erklären, will er verhindern, dass dieser weiterhin seine Schreckensherrschaft von Deutschland ausübt, sei es nun als Privatmann oder Diplomat."

Titelfoto: Sunti Teapia/AP/dpa

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