"Keinen Nazi gesehen": Til Schweiger setzt sich für Corona-Demonstranten ein

Hamburg/Düsseldorf - Der Schauspieler Til Schweiger (56) findet es bedenklich, wenn Teilnehmer an den Corona-Demos pauschal als "Covidioten" bezeichnet werden.

Til Schweiger spricht während eines Interviews.
Til Schweiger spricht während eines Interviews.  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

"Was mir nicht gefällt ist, dass die Menschen, die demonstrieren, diskreditiert werden. Dass sie einfach als Nazis oder Aluhüte bezeichnet werden", sagte der 56-Jährige in einem Interview mit der Rheinischen Post

Auf die Corona-Demo in Berlin bezogen sagte er: "Ich selber war nicht in Berlin, aber viele Bekannte vor Ort haben mir berichtet, dass sie in den sieben Stunden keinen einzigen Nazi gesehen haben." Seinen Informationen nach sei die absolute Mehrheit der Demonstranten Familien, Omas, Opas, Kinder gewesen. 

Auf den Einwurf, dass viele Teilnehmer an der Demo Ende August in Berlin keine Maske getragen hätten, entgegnete Schweiger: "Gut, die haben keine Maske getragen - hätte ich wahrscheinlich schon. Aber als die 'Black Lives Matter'-Demonstrationen stattgefunden haben, hat auch keiner einen Mundschutz getragen - und da war es okay."

Er halte es generell für bedenklich, Menschen zu diffamieren, die für ihre Grundrechte eintreten würden. "Da misst man schon mit zweierlei Maß", so der 56-Jährige. 

Ein politisches Amt wolle Schweiger jedoch nicht ausüben: "Ganz klares Nein! Ich glaube, dass Politik ein ganz schmutziges Geschäft ist."

Zuletzt hatte die Stuttgarter Initiative Querdenken 711 bekannt gegeben, dass von ihrer Seite aus keine weiteren Demonstrationen gegen die Corona-Politik in Berlin geplant seien.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

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