"Schämt euch!!" Til Schweiger fordert Ehrung von gefallenem Soldaten

Hamburg/Bielefeld - Schauspieler Til Schweiger hat sich kritisch zu der Debatte um den Gedenkplatz für den vor zehn Jahren in Afghanistan zu Tode gekommenen Soldaten Martin Augustyniak (†28) geäußert.

Soldaten verfolgen im April 2010 die Trauerfeier für drei gefallene Soldaten.
Soldaten verfolgen im April 2010 die Trauerfeier für drei gefallene Soldaten.  © Ingo Wagner dpa/lni

Er und zwei seiner Kameraden wurden 2010 durch eine Sprengstofffalle getötet.

Familienangehörige hatten anschließend jahrelang dafür gekämpft, dass ein kleiner Platz in seiner Heimatstadt nach dem Gefallenen benannt wird. 

Vor etwa einer Woche sollte es soweit sein, doch dann stoppte die örtliche SPD-Fraktion die Umbenennung. Man wolle doch keinen Heldengedenkplatz schaffen, hieß es. Sorgen darüber, dass der Platz zu einem Anziehungspunkt für die rechte Szene werden könnte, standen im Raum. 

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Nicht nur für die Familie war die Entscheidung eine große Enttäuschung. "Ich bin einfach nur unendlich traurig", sagte die Mutter des Verstorbenen der Bild-Zeitung. 

Auch Til Schweiger äußerte sich nun öffentlich zu der Meldung. "Unsere Soldaten sind jederzeit bereit ihr Leben für uns zu opfern, obwohl sie selber Familien haben. Warum verweigert man einem Helden dieses bisschen Anerkennung?!", schreibt der Schauspieler bei Instagram. Er sei stolz auf Martin Augustyniak und seine Kameraden. 

Die Entscheidung, den Platz nun noch nicht umzubenennen, mache ihn fassungslos und traurig: "Schämt euch!!" 

Schauspieler Til Schweiger hat eine klare Meinung zu der Debatte.
Schauspieler Til Schweiger hat eine klare Meinung zu der Debatte.  © Armin Weigel/dpa

Nach Medienberichten: SPD rudert zurück

Nach einem großen Medienecho und kritischen Reaktionen auf den Beschluss der SPD folgte nun der nächste Richtungswechsel. 

So könnte es nun doch bald einen Martin-Augustyniak-Platz in Bielefeld geben. Man wolle den Beschluss noch einmal überdenken und empfehle nun doch eine Umbenennung des Platzes, hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung der örtlichen SPD.

Dennoch bleibe es bei der Sorge, dass der Platz nicht allein dem Gedenken des gefallenen Soldatens diene, sondern politisch missbraucht werden könnte.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa, Ingo Wagner dpa/lni (Bildmontage)

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