Corona-Konzert verfehlt Teilnehmerziel: Will denn niemand zu Tim Bendzko?

Leipzig/Halle - Forscher aus Halle wollen bei einem speziellen Konzert mit Sänger Tim Bendzko (35, "Keine Maschine") herausfinden, wie größere Veranstaltungen in geschlossenen Räumen coronasicherer werden - doch es finden sich weniger Freiwillige als erhofft. Und nun?

Das Konzert soll am kommenden Samstag in der Arena Leipzig stattfinden.
Das Konzert soll am kommenden Samstag in der Arena Leipzig stattfinden.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Organisatoren eines Konzertexperiments zu Großveranstaltungen in Corona-Zeiten mit Popsänger Tim Bendzko haben weniger Teilnehmer gewinnen können als angepeilt. Bis zum Ende der verlängerten Anmeldefrist registrierten sich 2210 Menschen zwischen 18 und 50 Jahren, wie Christina Becker von der Universitätsklinik Halle am Montag sagte. 

Eigentlich wollten die Forscher für ihr Experiment am kommenden Samstag in der Leipziger Arena 4200 Teilnehmer gewinnen und hatten die Anmeldefrist um eine Woche verlängert. Dadurch kamen mehr als 300 weitere Anmeldungen dazu.

Die Forscher sind zufrieden. "Das ist eine Größenordnung, mit der wir gute Ergebnisse erwarten können", sagte Studienleiter Stefan Moritz. "Wir müssen kleine Abstriche machen, aber das ist verschmerzbar."

Das Konzert "Restart-19" ist ein gemeinsames Projekt der Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen. Ziel der Forscher ist, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann.

Konzertexperiment wird von Leipziger Handball-Bundesligisten unterstützt

Tim Bendzko (35) singt am kommenden Samstag in der Leipziger Arena.
Tim Bendzko (35) singt am kommenden Samstag in der Leipziger Arena.  © Georg Wendt/dpa

Die Auswertung soll im Oktober vorliegen. Alle Teilnehmer müssen für kommenden Samstag einen negativen Corona-Test vorweisen und während des Versuchs FFP2-Masken tragen. Entsprechende Test-Kits für einen Corona-Test zuhause würden in den nächsten Tagen verschickt und müssten vor der Veranstaltung zurückgesendet werden, hieß es. 

Die Organisatoren rechnen nicht damit, dass dieses Prozedere viele gewonnene Teilnehmer noch abschreckt. Es gebe schriftliche Anleitungen und auch ein Video, das erkläre, wie der Test funktioniere, sagte Uniklinik-Sprecherin Becker.

Derzeit sind Großveranstaltungen untersagt, weil Infektionsherde befürchtet werden. 

Neben Kultur- und Konzertveranstaltungen betrifft das auch viele Profisportvereine, die monatelang gar nicht oder vor leeren Rängen spielten. Das Konzertexperiment wird daher auch vom Leipziger Handball-Bundesligisten SC DHfK unterstützt.

Titelfoto: Georg Wendt/dpa; Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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