Tokio Hotel kurz vor dem Aus: "Konnten unsere Musik nicht mehr hören!"

Magdeburg - "Durch den Monsun" machte die Magdeburger Band "Tokio Hotel" deutschlandweit berühmt. Mittlerweile zählen die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz (32), Gustav Schäfer (33) und Georg Listing (34) auch international zu den ganz Großen. Doch beinahe hätte sich die Karriere der vier Freunde zerschlagen.

2005: Georg, Tom, Bill und Gustav (v.l.n.r.) freuen sich über den "Comet"-Preis. (Archivbild)
2005: Georg, Tom, Bill und Gustav (v.l.n.r.) freuen sich über den "Comet"-Preis. (Archivbild)  © IMAGO / teutopress

Von Loitsche in die große weite Welt! Die gebürtigen Leipziger Bill und Tom zogen mit ihrer Mama Simone ins 500-Einwohner-Dorf nördlich von Magdeburg, von wo aus die große Karriere begann.

Gemeinsam mit Schlagzeuger Gustav und Bassist Georg feierte die ostdeutsche Teenie-Band riesige Erfolge, stürmte die Charts und sackte unzählige Preise ein.

Rückblickend fühle sich die Anfangszeit an "wie ein anderes Leben. Man guckt sich an, wenn man 15 ist und denkt, das bin ich doch gar nicht", sagte Bill bei "World Wide Wohnzimmer".

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Er vermutet, dass das Quartett heutzutage nicht viel miteinander zu tun hätte, "wenn wir uns jetzt kennenlernen würden". Zu unterschiedlich sind die Lebensweisen vor allem von Bill und Tom, die 2010 nach Los Angeles gezogen sind. Spätestens nach der Hochzeit mit Heidi Klum (48) ist auf jeden Fall Tom voll in den USA sesshaft geworden.

Die Auswanderung war auch eine Flucht vor sich selbst. Bill: "Wir waren mitten in den Verträgen, mussten noch ein Album abliefern. Wir dachten uns aber, verklagt uns doch. Wir hatten keinen Bock mehr, wir konnten den Namen nicht mehr hören, die Musik nicht mehr hören, waren total uninspiriert und sind vor der Karriere weggelaufen."

Alles Schnee von gestern. 2014 folgte das Album "Kings of Suburbia", das in Deutschland Platz 2 erreichte. Heute hätte das Quartett "ein paar Arschlöcher aus dem Leben rausgeschnitten" und lebe selbstbestimmter. "Wir können uns heute vielmehr raussuchen, was wir machen wollen und müssen nicht jedem das Arschloch lecken."

Tokio Hotel zu Gast bei "World Wide Wohnzimmer"

Tokio Hotel im Dschungelcamp? "Das würde mich kränken, wenn die uns anfragen!"

15 Jahre später: Die optisch stark veränderte Band bei einer Radioshow in Halle (Saale).
15 Jahre später: Die optisch stark veränderte Band bei einer Radioshow in Halle (Saale).  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Früher hätten sie natürlich auch Menschen um sich gehabt, die aus dem Erfolg der Band selbst Kapital schlagen wollten. "Ich hatte immer falsche Freunde", gab Bill zu. "Wir hatten viele Verträge, wo man denkt, fuck, hätten wir die mal nicht unterschrieben mit 13." Georg grätschte lachend dazwischen: "Eigentlich alle Verträge..."

Der Ruhm weckte natürlich auch Begehrlichkeiten. Die Zwillinge saßen 2013 in der zehnten "Deutschland sucht den Superstar"-Staffel in der Jury, andere Formate lehnte die Band aber auch schon ab, darunter das "Wer wird Millionär? Promi-Special".

Mittlerweile könnte sich vor allem Tom eine Teilnahme aber vorstellen. "Günther kann sich melden, der hilft beim Promi-Special immer ein bisschen mit."

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Eine Anfrage fürs Dschungelcamp sei aber zum Glück noch nicht reingeflattert. Bill: "Das würde mich kränken, wenn die uns anfragen."

Er wäre vielmehr "gerne mal so Bachelor-mäßig unterwegs, weil ich ja so ein Dating-Problem habe, aber halt ohne Kameras." Für Georg steht aber fest: "Temptation Island, für mehr reicht's nicht."

Ein paar Jahre will Tokio Hotel noch mitnehmen, was geht. Aber irgendwann ist auch Schluss. "Ich hab gesagt mit 35 oder 40", so Tom. Die Fans hoffen sicher auf noch viel mehr Jahre mit ihren Teenie-Idolen.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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