Xavier Naidoo: RTL zieht weitere Konsequenzen

Köln - Der Fernsehsender RTL plant die komplette restliche Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) ohne Popsänger Xavier Naidoo (48) in der Jury.

Sänger Xavier Naidoo (48).
Sänger Xavier Naidoo (48).  ©  Alexandra Wey/KEYSTONE/dpa

Es werde für Naidoo keine Rückkehr zu DSDS geben, teilte RTL am Donnerstag mit. 

Der Sänger ("Dieser Weg") sei auf das Angebot des Senders, "seine missverständlichen und widersprüchlichen Aussagen plausibel zu erklären, bis heute nicht eingegangen".

Die übrigen Jury-Mitglieder Oana Nechiti, Pietro Lombardi und Dieter Bohlen sollen nun am Samstag zu dritt in der Jury sitzen, hieß es in der RTL-Mitteilung. "Wie es bei den weiteren Liveshows aussieht, werden wir zeitnah bekannt geben."

Naidoo sah sich nach Aussagen in einem Video Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. 

Er wies diese vehement zurück und schrieb in einem Facebook-Post, er sei falsch interpretiert worden. 

Außerdem setze er sich aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. 

Naidoo erklärte die in dem Video vorgetragenen Liedtexte aber nicht genauer und ging nicht konkret auf die Vorwürfe ein. 

Naidoo in der Vergangenheit Redner bei Reichsbürger-Demo

Der Sänger stand in der Vergangenheit mehrfach wegen Äußerungen in der Kritik. Am Tag der Deutschen Einheit 2014 sprach er in Berlin bei einer Demonstration sogenannter Reichsbürger, die die staatliche Ordnung in Deutschland ablehnen. Naidoo betonte später, dass er mit den Reichsbürgern nichts zu tun habe.

Im Jahr darauf nominierte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) den Sänger für den Eurovision Song Contest (ESC). Nach heftiger Kritik zog der Sender die Entscheidung zurück. Naidoo hatte sich gegen die Kritik gewehrt: "Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander", wurde er damals vom NDR zitiert.

Im Lied "Marionetten" der Söhne Mannheims (2017), das Naidoo geschrieben hatte, werden unter anderem Volksvertreter als "Volks-in-die-Fresse-Treter" bezeichnet. Ihm wurde vorgeworfen, rechtspopulistische Töne anzuschlagen. Naidoo rechtfertigte den Text als "zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen".

Im selben Jahr untersagte ein Gericht es einer Referentin einer Stiftung gegen Rechtsextremismus, den Sänger als Antisemiten zu bezeichnen. 2019 bestätigte das Oberlandesgericht Nürnberg das Urteil.

Die Frau habe sich nur auf Liedtexte Naidoos bezogen und keine Fakten für diesen Eindruck vorlegen können. Der Sänger habe immer wieder zu Vorwürfen geäußert, dass seine Texte falsch interpretiert würden.

Einen Kommentar zu dem umstrittenen Video von Xavier Naidoo findest Du hier.

Der Sänger wird nicht mehr Teil der DSDS-Jury sein.
Der Sänger wird nicht mehr Teil der DSDS-Jury sein.  © Henning Kaiser/dpa

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