Kein Platz für Xavier Naidoo: Stadt sagt Konzert ersatzlos ab

Regensburg - Xavier Naidoo (49) wird 2022 nicht in Regensburg auftreten. Anders als für andere Veranstaltungen der Thurn und Taxis Schlossfestspiele gibt es für das Konzert des umstrittenen Sängers keinen Ersatztermin im kommenden Jahr.

Sänger Xavier Naidoo (49) wird in Regensburg nicht auftreten.
Sänger Xavier Naidoo (49) wird in Regensburg nicht auftreten.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Den habe man trotz aller Bemühungen leider nicht realisieren können, teilte der Veranstalter Odeon Concerte am Mittwoch mit. "Das Konzert muss daher entfallen."

Die Stadtspitze begrüße die Entscheidung des Konzertveranstalters, teilte die Stadt Regensburg mit.

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (61, SPD) hatte im vergangenen Jahr den Veranstalter aufgefordert, die Entscheidung für das Konzert noch einmal zu überdenken: Menschen, die extremistisches, rassistisches oder rechtsradikales Gedankengut verbreiteten, sollten in einer weltoffenen und freiheitlichen Gesellschaft keine Plattform bekommen.

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Der Inhaber von Odeon Concerte, Reinhard Söll, sagte: "Die Politik hatte natürlich keinen Einfluss auf die Entscheidung." Es gehe rein um geschäftliche Fragen. Es sei kein Termin gefunden worden, man habe sich daraufhin mit Naidoos Agentur geeinigt. Die Ticketpreise würden erstattet.

Politik begrüßt Entscheidung, Veranstalter spricht von "geschäftlicher Frage"

Das Konzert war im Juli im Rahmen der Schlossfestspiele geplant gewesen und wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Die anderen Konzerte der Festpiele finden aber ersatzweise 2022 statt, nur die Oper "Zauberflöte" wird durch "Otello" ersetzt.

Geplante Auftritte Naidoos werden immer wieder zum Politikum. Der Sänger verbreitet seit Jahren Verschwörungsmythen, zuletzt etwa von der QAnon-Bewegung. Zur Corona-Pandemie machte er umstrittene Äußerungen. Er trat mit sogenannten Reichsbürgern auf. Politische Textzeilen brachten ihm Rassismus-Vorwürfe ein, die der Sänger selbst bestreitet.

Etwa in Hof wurde im vergangenen Jahr ein Konzert abgesagt. In Rostock wurde nach langem Streit dagegen im Juni entschieden, dass Naidoo dort auftreten darf.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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