Naidoo-Boykott in Regensburg? Oberbürgermeisterin fordert Konzert-Absage

Regensburg - Die Oberbürgermeisterin von Regensburg, Gertrud Maltz-Schwarzfischer (60, SPD), hat die Absage eines geplanten Auftritts des Sängers Xavier Naidoo (48) im kommenden Jahr in ihrer Stadt gefordert. 

Vom Popstar zum Populisten: Xavier Naidoo macht schon lange nicht mehr mit Musik Schlagzeilen. (Archiv)
Vom Popstar zum Populisten: Xavier Naidoo macht schon lange nicht mehr mit Musik Schlagzeilen. (Archiv)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Der Künstler ist in den letzten Monaten und Jahren immer wieder vermehrt durch kontroverse Aussagen aufgefallen, die als verschwörungsideologisch, rassistisch populistisch oder rechts einzuordnen waren.

Zuletzt geriet Naidoo vor allem wegen diverser Verschwörungsmythen in die Schlagzeilen. So glaubt er laut eigenen Aussagen fest an die "Adrenochrom"-Verschwörung. Adrenochrom ist ein körpereigenes Nebenprodukt von Adrenalin. 

Laut diesem Glauben gäbe es - unter anderem unterirdisch von New York - Folter- und Mord-Anlagen, in denen Kinder für die Elite gequält werden. Das dadurch gewonnene Adrenochrom der Kinder soll als Verjüngungsmittel und Droge für reiche Personen genutzt werden, um stärker, jünger und fitter zu bleiben. Zahlreiche Kinder sollen laut diesem Glauben insgeheim durch Donald Trump bereits befreit worden sein.

Veranstalter verweist auf Vertrag, der einzuhalten sei

Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (60, SPD) fordert ein "Zeichen gegen Rechts". (Archiv)
Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (60, SPD) fordert ein "Zeichen gegen Rechts". (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Für Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer reichen die zahlreichen negativen Schlagzeilen rund um den Sänger aus, um sich gegen ein geplantes Konzert in ihrem Wirkungskreis auszusprechen. Er "sollte in unserer weltoffenen freiheitlichen Gesellschaft keine Plattform bekommen", erklärte die SPD-Politikerin. Die "Mittelbayerische Zeitung" hatte als erstes über den Boykott-Aufruf berichtet.

Im Juli 2021 soll der deutsche Soulsänger bei den "Thurn und Taxis Schlossfestspielen" auftreten. Da es sich um ein Privatkonzert handelt, kann die Stadt den Auftritt nicht verbieten, appelliert jedoch an den Veranstalter, das Regensburger Unternehmen Odeon Concerte.

Dieser lehnte eine Absage jedoch ab und verwies auf einen Vertrag mit Naidoos Management, der erfüllt werden müsse. Der Appell der Oberbürgermeisterin sei jedoch an das Management des Musikers weitergeleitet worden. Das Büro von Gloria von Thurn und Taxis wollte sich nicht äußern. Erst vor wenigen Tagen erst sagte die Stadt Hof ein geplantes Konzert von Xavier Naidoo, der aktuell auch die Existenz der Corona-Pandemie geleugnet, ab (TAG24 berichtete).

In der Vergangenheit sorgten die wirren Behauptungen des Musikers bereits dafür, dass sich immer mehr Menschen aus der Unterhaltungsbranche von Naidoo distanzierten.

Ein geplanter Auftritt für Deutschland beim "European Song Contest" (ESC) wurde gestrichen, er verlor seinen Platz in der Jury der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" und auch die "Söhne Mannheims", deren Leadsänger Naidoo über Jahrzehnte war, wandten sich kürzlich von ihm ab (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Montage: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa + Armin Weigel/dpa

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