Volksverhetzung: Mode-Firma zeigt Xavier Naidoo an!

Mannheim/Köln - Nach seinem Video-Eklat droht Musiker Xavier Naidoo (48, "Dieser Weg") nun rechtlicher Ärger!

Xavier Naidoo hat derzeit mit Rassismus-Vorwürfen zu kämpfen. Nun kommt eine Anzeige dazu.
Xavier Naidoo hat derzeit mit Rassismus-Vorwürfen zu kämpfen. Nun kommt eine Anzeige dazu.  © Alexandra Wey/KEYSTONE/dpa

Das Modelabel "Human Blood Ltd" hat bei der Staatsanwaltschaft Köln Strafanzeige gegen den 48-Jährigen gestellt - wegen des Verdachts der Volksverhetzung. 

Das Schreiben postete die Firma auf ihrer Facebook-Seite. "Human Blood" hat dem Schreiben Textzeilen beigefügt, die Naidoo in einem umstrittenen Video gerappt hatte.

Darin heißt es etwa: "Eure Töchter, Eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden. Und Ihr steht seelenruhig nebendran, schaut Euch das Schauspiel an, das keiner beenden kann. Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann. Hauptsache, es ist politisch korrekt, auch wenn Ihr daran verreckt."

Der Chef des Modeunternehmens, Benjamin Hartmann, bittet die Staatsanwaltschaft, die Aussagen des Musikers zu prüfen: "Gerade als Vorbildfunktion der Gesellschaft sind solche Aussagen äußerst kritisch zu bewerten, zumal es sich eindeutig um rassistische Äußerungen handelt."

Will das Label nur Werbung auf Kosten von Naidoo machen?

Auf der Webseite wirbt "Human Blood" mit Promis wie etwa Dunja Hayali oder Frauke Ludowig. (Montage/Screenshots)
Auf der Webseite wirbt "Human Blood" mit Promis wie etwa Dunja Hayali oder Frauke Ludowig. (Montage/Screenshots)  © Montage: Screenshots HumanBlood.de

Die Kölner Staatsanwaltschaft war für TAG24 am Freitag zunächst nicht zu erreichen. 

Gegenüber der Bild-Zeitung bestätigte sie die eingegangene Strafanzeige. "Wir prüfen die Zuständigkeit", so ein Sprecher. Da Naidoo in Mannheim wohnt, wäre die dortige Staatsanwaltschaft zuständig. Auch dort war zunächst niemand erreichbar.

Was das Facebook-Posting von "Human Blood Ltd" angeht: Dort fielen die Reaktionen der User zwiegespalten aus. Während einige das Vorgehen begrüßten ("Ich muss mir jetzt auch mal eins Eurer Shirts besorgen. Werde es mit Haltung tragen."), übten andere deutliche Kritik an der Firma mit Sitz in London.

"Läuft's mit Euren Klamotten nicht mehr so?", wollte etwa eine Userin wissen. Ein anderer stellte fest: "Die wollen doch nur kostenlose Werbung." Darauf entgegnete das Unternehmen frech: "Klappt ja auch."

In die gleiche Kerbe schlug auch eine weitere Nutzerin: "Na, schnell mal die Gelegenheit für günstige Publicity genutzt?" Antwort des Labels: "Kostenlos!"

Angesichts des möglichen Werbe-Effekts für "Human Blood Ltd" schrieb ein Nutzer zerknirscht: "Die machen das ausschließlich für mehr Bekanntheit und das Traurige daran: Es wird funktionieren."

Die Firma wirbt auf ihrer Webseite mit Aufdrucken, wie etwa "#FCKNZS" (also: "Fuck Nazis"), "No Nationality" ("Keine Nationalität") oder "#keinenmillimeternachrechts". Zudem sind dort auch Promis, wie etwa Dunja Hayali (45) oder RTL-Moderatorin Frauke Ludowig (56) in Klamotten der Marke zu sehen.

Wie berichtet hatte sich der Sender RTL nach Bekanntwerden des Videos von Xavier Naidoo getrennt. Der hatte bis dahin als Juror an der aktuellen Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" mitgewirkt. Zuletzt hatte sich die Band "Söhne Mannheims", zu deren Gründungsmitgliedern Naidoo zählt, von dem 48-Jährigen distanziert.

Zuletzt hatte Naidoo mit Dieter Bohlen für "Deutschland sucht den Superstar" vor der Kamera gestanden.
Zuletzt hatte Naidoo mit Dieter Bohlen für "Deutschland sucht den Superstar" vor der Kamera gestanden.  © Henning Kaiser/dpa

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