Nach Missbrauchsvorwurf: Queen entzieht Prinz Andrew militärische Dienstgrade

London/New York - Im Missbrauchsskandal um Prinz Andrew (61) kann nach Ansicht von Experten nur noch eine Millionenzahlung den Queen-Sohn vor einem skandalösen Gerichtsverfahren retten. Derweil hat Queen Elizabeth II. (95) dem Royal seine militärischen Dienstgrade entzogen.

Prinz Andrew (61, 2.v.l.) verabschiedet britische Soldaten. Wird die Queen ihrem Sohn die militärischen Titel aberkennen?
Prinz Andrew (61, 2.v.l.) verabschiedet britische Soldaten. Wird die Queen ihrem Sohn die militärischen Titel aberkennen?  © picture alliance /dpa

Der 61-Jährige habe ansonsten keine guten Optionen mehr, kommentierte der renommierte britische Medienanwalt Mark Stephens am Donnerstag. "Der Schaden muss begrenzt werden."

Stephens schätzt, dass Andrew für eine außergerichtliche Einigung der Klägerin Virginia Giuffre fünf bis zehn Millionen Pfund (sechs bis zwölf Millionen Euro) bieten müsste. Das Hindernis: "Frau Giuffre wird ihren Tag im Gericht wollen."

Das macht auch einer der Anwälte der US-Amerikanerin deutlich. "Es ist Virginia Giuffre sehr wichtig, dass diese Angelegenheit auf eine Weise gelöst wird, dass sie und die anderen Opfer Gerechtigkeit erfahren", sagte David Boies der BBC.

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Er ließ aber eine Hintertür für eine gütliche Einigung offen. Der Fall gilt als bedeutendste Klage gegen ein Mitglied der königlichen Familie in jüngster Zeit.

Veteranen fordern: Queen soll Prinz Andrew militärische Titel aberkennen

Die Queen (95) wird ihrem Sohn sicherlich kein Geld zur Verfügung stellen.
Die Queen (95) wird ihrem Sohn sicherlich kein Geld zur Verfügung stellen.  © Jane Barlow/PA Wire/Dpa

Ein Prozess gegen den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II. ist seit Mittwoch ein großes Stück wahrscheinlicher geworden.

Da hatte der New Yorker Richter Lewis Kaplan Einwände von Andrews Anwälten abgelehnt, mit denen sie die Klage im Keim ersticken wollten.

Giuffre wirft dem Prinzen vor, sie vor rund 20 Jahren als 17-Jährige mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Demnach wurde sie vom mittlerweile gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein vermittelt. Andrew weist die Vorwürfe kategorisch zurück.

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Geld für einen Vergleich wäre offenbar vorhanden. Zwar wird die Queen ihrem Lieblingssohn vermutlich keinen Penny aus ihrem immensen Vermögen zur Verfügung stellen - das würde ein PR-Desaster bedeuten.

Doch hat Andrew vorgesorgt, wie die Zeitung The Sun berichtete. Demnach will er sein Chalet im Schweizer Alpenort Verbier verkaufen und erwartet Einnahmen von mindestens 15 Millionen Pfund.

Die Luft für den Royal wird immer dünner. Nun geht es dem Prinzen auch an die Auszeichnungen. Mehr als 150 militärische Veteranen forderten die Queen als Oberbefehlshaberin auf, ihrem Sohn die militärischen Titel abzuerkennen. Kommentatoren halten das für durchaus realistisch.

Sie verweisen darauf, dass Queen-Enkel Prinz Harry (37) seine militärischen Titel abgeben musste, nachdem er und Ehefrau Herzogin Meghan ihrer royalen Pflichten entsagt hatten.

Update, 18.30 Uhr: Queen entzieht Prinz Andrew militärische Dienstgrade

Die britische Queen Elizabeth II. hat ihrem wegen Missbrauchsvorwürfen in den USA verklagten Sohn Prinz Andrew alle militärischen Dienstgrade und royalen Schirmherrschaften entzogen. Andrew werde sich in dem Prozess als privater Bürger verteidigen, teilte der Buckingham-Palast in London am Donnerstag mit.

Originalmeldung vom 13. Januar, 17.10 Uhr. Aktualisiert am 13. Januar, 18.36 Uhr

Titelfoto: picture alliance/Jane Barlow/PA Wire/dpa

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