Sean Penn: Oscar-Boykott, falls Gala ohne Wolodymyr Selenskyj stattfindet

Los Angeles (USA) - Der Oscar-Preisträger und Aktivist Sean Penn (61) hat am Vortag der 94. Academy Awards zu einem Boykott der Gala aufgerufen, falls sie ohne den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (44) stattfindet.

Der US-Schauspieler und Regisseur Sean Penn (61) unterstützt mit einer Hilfsorganisation ukrainische Flüchtlinge.
Der US-Schauspieler und Regisseur Sean Penn (61) unterstützt mit einer Hilfsorganisation ukrainische Flüchtlinge.  © Lukasz Gagulski/PAP/dpa

In einem CNN-Interview sagte der Schauspieler und Regisseur am Samstag, dass ein Erscheinen Selenskyjs bei der Show vor einem Millionenpublikum eine großartige Gelegenheit für eine Ansprache gewesen wäre.

Er befürchte aber, dass die Filmakademie dies nicht weiter verfolgt habe. In diesem Fall wäre das der "schamloseste Moment in der Geschichte Hollywoods".

Penn rief zu Protesten und zu einem Boykott der Gala auf, falls sich die Filmakademie tatsächlich nicht um Selenskyj bemüht habe, dessen Land von Russland angegriffen worden war. Er selbst würde seine beiden Oscar-Statuen aus Protest "einschmelzen", sagte Penn.

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Der Schauspieler hatte zwei Oscars für die Filme "Mystic River" (2004) und "Milk" (2009) gewonnen.

Im Vorfeld der Oscars wurde viel spekuliert, wie die Veranstalter mit dem Krieg in der Ukraine während der Show umgehen werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) sprach auf dem Doha Forum in Katar. Bei seinem überraschenden Videoauftritt forderte er das energiereiche Land und andere Länder auf, ihre Produktion zu steigern, um dem Verlust der russischen Energielieferungen entgegenzuwirken.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) sprach auf dem Doha Forum in Katar. Bei seinem überraschenden Videoauftritt forderte er das energiereiche Land und andere Länder auf, ihre Produktion zu steigern, um dem Verlust der russischen Energielieferungen entgegenzuwirken.  © Lujain Jo/AP/dpa
Sean Penn (61, r.) unterzeichnete in dieser Woche mit dem Bürgermeister von Krakau, Andrzej Kulig (2.v.r.), eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich der Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine.
Sean Penn (61, r.) unterzeichnete in dieser Woche mit dem Bürgermeister von Krakau, Andrzej Kulig (2.v.r.), eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich der Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine.  © Lukasz Gagulski/PAP/dpa

Hilfsorganisation "Core" unterstützt ukrainische Flüchtlinge

Sie würde das Rampenlicht für eine ernste Botschaft nutzen wollen, sagte Oscar-Moderatorin Amy Schumer (40, "Inside Amy Schumer") vorab. So habe sie vorgeschlagen, Selenskyj per Video-Auftritt sprechen zu lassen, doch dies sei letztlich nicht ihre Entscheidung.

Produzent Will Packer (47) ließ am Donnerstag bei einer Pressekonferenz alles offen. Die Show sei noch in der Mache. Er hoffe aber, dass dies eine Nacht zum Feiern werde, um der "turbulenten Zeit in aller Welt" für einige Stunden zu entkommen.

Penn, der sich zurzeit in Polen aufhält und dort mit seiner Hilfsorganisation "Core" ukrainische Flüchtlinge unterstützt, war mehrfach mit Selenskyj zusammengetroffen. Der Schauspieler und Regisseur arbeitet an einer Dokumentation über den Ukraine-Krieg.

Titelfoto: Lukasz Gagulski/PAP/dpa

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