Stimme von verstorbenen Sänger im TV zu hören: Wie ist das möglich?

Seoul - Gruselig oder total genial?

Der im Jahr 1996 verstorbene südkoreanische Folk-Rock-Star und Songwriter Kim Kwang Seok ist während eines Hologramm-Konzerts zu sehen.
Der im Jahr 1996 verstorbene südkoreanische Folk-Rock-Star und Songwriter Kim Kwang Seok ist während eines Hologramm-Konzerts zu sehen.  © Yonhap/YONHAP/epa/dpa

Vor 25 Jahren starb der südkoreanische Folk-Rock-Star und Songwriter Kim Kwang Seok - dank künstlicher Intelligenz (KI) wird nun die Stimme des Sängers in einem Fernsehprogramm zum Leben erweckt.

In der Sendung "Wettbewerb des Jahrhunderts: KI gegen Mensch" des südkoreanischen Senders SBS wird die synthetische, aber möglichst echt wirkende Stimme Kims an diesem Freitag bei der Präsentation zweier Lieder zu hören sein: einmal solo, das andere Mal im Duett mit einer lebenden und real auftretenden Sängerin.

Möglich macht es die Technik des im vergangenen Jahr unweit von Seoul gegründeten Startups Supertone, das die Stimme Kims mit seiner "Stimmen-Synthese-Lösung" am Computer erzeugt hat. Die Idee mit Kims Stimme sei von ihnen gekommen, sagte der Firmenmanager Choi Hee Doo am Telefon.

"Alles was wir brauchten, waren klare Stimmproben." Diese Proben aus mehreren Liedern Kims dienten dann als Rohmaterial, um ein KI-Modell zu erstellen. Schließlich schickte Supertone Demo-Aufnahmen an verschiedene Sender.

"SBS war davon sehr beeindruckt", sagte Choi.

Einverständnis von der Familie des toten Sängers geholt

Fans konnten sich bereits einen Eindruck von der künstlichen Stimme Kims anhand eines kurzen Clips auf YouTube machen. Dort singt er die Ballade "Ich vermisse Dich" von Kim Bum Soo von 2002. Die KI-erzeugte Stimme wird dann in der Sendung am Freitag dem Original von Kim Bum Soo gegenübergestellt.

Auch wird die Stimme Kim Kwang Seoks noch im Duett mit der Sängerin Ok (Ock) Ju Hyun zu hören sein. Der in Südkorea populäre Sänger wurde 1996 im Alter von 31 Jahren tot in Seoul aufgefunden, die Polizei ging von Suizid aus.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Südkorea KI für posthume Konzerte genutzt wird. Im Dezember zeigte der Kabelsender Mnet in einer Show Hologramm-Konzerte verstorbener Sänger.

Bei der Erzeugung künstlicher Stimmen sei das Recht auf den Schutz geistigen Eigentums ein wichtiges Thema, sagte Choi Hee Doo. Die Stimme sei jedoch nicht Gegenstand des Urheberrechts.

Für die Reproduktion der Stimme Kims habe man sich das Einverständnis der Familie des verstorbenen Sängers geholt.

Titelfoto: Yonhap/YONHAP/epa/dpa

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