Saß ein Mörder im Studio? Rudi Cerne rollt den Fall Maria Baumer bei "Aktenzeichen xy" auf

Regensburg - Gut eine Woche nach dem Mordurteil gegen den Verlobten von Maria Baumer aus der Oberpfalz greift die ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy ... ungelöst" das Thema erneut auf. 

ZDF-Moderator Rudi Cerne (62) beschreibt den Fall Maria Bauer als "einzigartig" in der Geschichte der Sendung.
ZDF-Moderator Rudi Cerne (62) beschreibt den Fall Maria Bauer als "einzigartig" in der Geschichte der Sendung.  © Sina Schuldt/dpa

Moderator Rudi Cerne befasst sich in der Folge am Mittwoch (14. Oktober, um 20.15 Uhr) mit der Frage: "Hatten wir im xy-Studio tatsächlich einen Mörder sitzen?", wie eine Sprecherin am Montag mitteilte.

Baumer war im Mai 2012 von ihrem Verlobten als vermisst gemeldet worden. Der Mann trat damals in der Sendung auf und bat um die Unterstützung des Publikums. Ende 2019 folgte die Wende: Der Verlobte wurde als Tatverdächtiger angeklagt. 

Vergangene Woche ist er vor dem Landgericht Regensburg nach einem Aufsehen erregenden Indizienprozess wegen des Mordes an der 26 Jahre alten Frau für schuldig befunden und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 36-Jährige seine Verlobte mit Medikamenten vergiftete, um für eine neue Beziehung frei zu sein. Die Tote vergrub er im Wald und erzählte den Angehörigen, die Frau sei verschwunden. 

Im Herbst 2013 fanden Pilzsammler ihre Leiche. Im Laufe des Prozesses gab der Mann zu, die Leiche verscharrt zu haben. Die Schuld am Tod der Frau wies er von sich. Sie habe die Tabletten wohl selber genommen.

Am Dienstag legte sein Verteidiger Revision ein, sagte ein Sprecher des  Landgericht Regensburg. Die schriftliche Begründung des Urteils könne sich noch einige Wochen hinziehen. Liege diese vor, dann habe der Verteidiger einen Monat Zeit, die Revision zu begründen. Wenige Tage vor dem Urteil hatte Cerne die Entwicklungen im Fall Baumer als einzigartig bezeichnet. "Das gab es in der Geschichte von "Aktenzeichen xy" noch nie", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Der 62-Jährige führt seit 2002 im ZDF durch die Sendung "Aktenzeichen xy ... ungelöst", in der die Zuschauer den Ermittlern mit ihren Hinweisen helfen können, Verbrechen aufzuklären. Die erste Folge des Dauerbrenners wurde 1967 ausgestrahlt.

ZDF-Bericht über Vermissten aus Schwaben

Auch über einen seit Monaten vermissten Mann aus Schwaben wird in der Folge berichtet. Der 30-jährige Constantin Popa aus Kötz (Landkreis Günzburg) wurde zuletzt am 31. Januar gesehen, teilte die Polizei am Montag mit. Am 6. Februar hätten Passanten persönliche Gegenstände von Popa, darunter seinen Rucksack, nahe des Flusses Günz gefunden. 

Die Polizei schloss nicht aus, dass der rumänische Staatsangehörige Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. 

Die zuständige Kriminalpolizei Neu-Ulm will nun in der Sendung, die am Mittwoch um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird, um weitere Zeugenhinweise bitten. 

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

Mehr zum Thema Aktenzeichen XY ungelöst:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0