Am Sarg selbst mitbauen? Neue Trauer-Möglichkeiten auf Friedhöfen

ZDF/Leipzig/Dresden - Viele Friedhöfe "rüsten" auf und bieten neue Möglichkeiten an. Es entstehen wahre Inseln der Ruhe. So wird den unterschiedlichen letzten Wünschen vieler Menschen Rechnung getragen.

Der Teich im Dresdner Heidefriedhof soll Ruhepol für alle Trauernden sein.
Der Teich im Dresdner Heidefriedhof soll Ruhepol für alle Trauernden sein.  © Holm Helis

Das "richtige" Abschiednehmen und Trauern ist für Angehörige nicht einfach. Sie wünschen sich oft mehr Unterstützung und neue Rituale, die zur Persönlichkeit des Verstorbenen passen.

Beispiele neuer unkonventionelle Wege zeigt der Dresdner Heidefriedhof. Hier entstanden kleine Orte des Friedens mit sehr unterschiedlichen Bestattungsmodellen. Es gibt beispielsweise eine "Toteninsel" und auch ein buddhistisches Areal (TAG24 berichtete). In Hamburg kann man sich mit seinem Haustier bestatten lassen...

Das ZDF zeigt mit der "37°"-Reportage "Mehr als Sarg und Service – Die neuen Bestatter*innen" ebenso neue Wege auf.

Der "private Friedhof"

Hanna (33) und Eric (40) wollen zusammen in Leipzig ein alternatives Bestattungshaus eröffnen.
Hanna (33) und Eric (40) wollen zusammen in Leipzig ein alternatives Bestattungshaus eröffnen.  © ZDF/Daniel Hartung

Drei moderne Bestatter*innen versuchen, die Branche neu auszurichten. In der ZDF-Reportage kommen sie zu Wort.

Sich für Hinterbliebene Zeit zu nehmen und ihre Wünsche in den Mittelpunkt der eigenen Arbeit zu stellen – das sind die Schwerpunkte von Bestatter Eric Wrede aus Leipzig.

Er und sein Team wollen das Abschiednehmen "zu einem natürlichen Prozess" machen. Das helfe den Trauernden. Nur EIN Sargmodell hat der 40-Jährige im Angebot – zum Selbstkostenpreis. Sein Geld verdient der Familienvater durch individuelle Betreuung der Hinterbliebenen. So erhalten diese die Gelegenheit, in Ruhe Abschied zu nehmen und sich auf Wunsch sogar am Sargbau und der Herrichtung des Leichnams zu beteiligen.

Es gibt auch den "privaten Friedhof" der Familie Roth in Bergisch Gladbach. Hier können Angehörige Trauerfeiern und Grabstätten unkonventionell gestalten. Dieses Friedhofsareal soll zu einem Ort der Begegnung gemacht und in den Alltag integriert werden.

Wie macht man Kindern das Thema "Tod" greifbar? Ein anderer Bestatter empfängt regelmäßig Schulklassen oder Kindergartengruppen in seinem Unternehmen, um schon mit den Kleinen über das Thema Tod und gutes Abschiednehmen zu sprechen, denn "Kinder nehmen den Tod als etwas Natürliches wahr, wenn man mit ihnen offen darüber redet".

TV-Tipp: Die Doku von Autor Daniel Hartung begleitet unterschiedliche Bestatter am Dienstag, 1. Dezember, um 22.15 Uhr im ZDF.

Titelfoto: ZDF/Daniel Hartung

Mehr zum Thema TV & Shows:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0