Originell und glaubwürdig: "Das Leben ist kein Kindergarten"

Konstanz - Neue Helden braucht das Land: Nach diversen Anwälten, Rangern, Psychotherapeuten, einer Pferdeflüsterin und einer männlichen Hebamme hat das Erste nun den Beruf des Kindergärtners entdeckt.

Freddy (Oliver Wnuk) mit Nike (Louisa Renn, li.) und Lisa (Luise Hetmanczyk) in einer Szene des Films "Das Leben ist kein Kindergarten".
Freddy (Oliver Wnuk) mit Nike (Louisa Renn, li.) und Lisa (Luise Hetmanczyk) in einer Szene des Films "Das Leben ist kein Kindergarten".  © Reiner Bajo/ARD Degeto/dpa

Papa hat Läuse. Das erzählt Freddy (Oliver Wnuk) seiner Frau und seinen Kindern am Frühstückstisch. Natürlich sind Mama Juliana (Meike Droste), Tochter Zoë (Sophie Reiling) und Sohn Niko (Karl von Klot) davon nicht gerade begeistert. 

Aber das ist noch harmlos im Vergleich zum Konfliktstoff, der wenig später aufkommt im ARD-Film "Das Leben ist kein Kindergarten" am Freitag um 20.15 Uhr im Ersten.

Denn Juliana ist Ärztin und erhält das Angebot, die Leitung der Kinder-Krebsstation an einer Klinik in Zürich zu übernehmen, wohin sie jeden Tag pendelt. Also möchte sie ganz dorthin ziehen. Dafür müsste Freddy seinen Job als Erzieher in Konstanz aufgeben. Er soll das Haus bald mit neuem Konzept allein leiten, ohne seine Kollegin Lara (Franziska Wulf). 

Dann wird Zoë beim Ladendiebstahl erwischt, und nach 18 Jahren steht plötzlich Freddys Vater Fritz (Peter Prager) vor der Tür, dem sein Sohn erstmal eine scheuert.

Schauspieler Oliver Wnuk macht sich vor den Kindern buchstäblich zum Affen.
Schauspieler Oliver Wnuk macht sich vor den Kindern buchstäblich zum Affen.  © ARD Degeto/Reiner Bajo

Es geht also turbulent zu in dieser Komödie, die sehr unterhaltsam mit vorgefertigten Rollenmustern spielt und sich wichtiger Kinder-Themen annimmt: etwa der richtigen Ernährung und Körperpflege, Schimpfwörtern und auch der Frage, ob einige Märchen nicht einfach viel zu brutal und die meisten überhaupt noch zeitgemäß sind.

Oliver Wnuk (Nord Nord Mord) spielt seine Rolle empathisch und macht sich buchstäblich zum Affen - zumindest vor den Kindern. Die sind überwiegend lieb, während so manche Eltern allzu befindlich auftreten - besser gesagt: nervig. 

Der 44-jährige Wnuk hat auch das Drehbuch zu diesem Film geschrieben und sagt im ARD-Interview: "Ich wollte eintauchen in die Herausforderungen einer modernen Familie, in der es darum geht, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen, ohne dass sich jemand benachteiligt fühlt. Vor allem aber wollte ich keinen Krimi schreiben". Seine Lebenspartnerin Yvonne Catterfeld singt das Titellied.

Vor allem die Kinder spielen sehr natürlich und stellen ziemlich viele ziemlich kluge Fragen. Deshalb und angesichts vieler guter Dialoge und einiger loser Enden könnte es gerne weitere Folgen davon geben.

Titelfoto: Reiner Bajo/ARD Degeto/dpa

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