Nach Aprilscherz-Shitstorm: Bachelor-Basti ringt um Erklärungen

München - Sebastian Preuss (29), der RTL-Bachelor der letzten Staffel, hat sich erneut ordentlich in die Nesseln gesetzt. Schuld daran war sein Scherz-"Outing" auf Instagram. Ein Shitstorm mit Ansage war die Folge.

Er wollte sich mit dem Aprilscherz für Homosexuelle stark machen, Sagt Sebastian Preuss zumindest nach dem Shitstorm. 
Er wollte sich mit dem Aprilscherz für Homosexuelle stark machen, Sagt Sebastian Preuss zumindest nach dem Shitstorm.   © Screenshot/Instagram/Sebastian Preuss

Dabei ging es bei den Reaktionen zum Beitrag des 29-Jährigen jedoch nicht darum, dass er sich zu seiner Homosexualität bekennt. Vielmehr das Datum, wann er diese Nachricht verbreitete, sorgte für mächtig Zündstoff unter den Followern: Es war der 1. April (TAG24 berichtete).

Mein lieber Schwan, denkt man sich da, manchmal sollte man halt eben nicht immer den erstbesten Gag nehmen.

Statt Menschenmassen, die sich vor Lachen am Boden krümmen, hagelt es Kritiken auf den ersten RTL-Rosenkavalier, für den keine der zuvor angetesteten Reality-TV-Kandidatinnen gut genug war, ein. So viele, dass selbst er sie nicht ignorieren konnte.

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Natürlich roch der Großteil der Kommentatoren den Braten und zeigte sich wenig begeistert davon, dass Menschen, die im wahren Leben oftmals Probleme mit ihrer Homosexualität haben - in manchen Orten der Erde sogar im Leib und Leben zu fürchten haben - hier als Witzvorlage missbraucht wurden. 

Wow ... Das hat ja mal echt niemand kommen sehen. Sebastian Preuss reagierte nun auf die Anfeindungen.

In seiner Instagram-Story geht der Chef eines Münchner Maler- und Lackiererbetriebes auf die Reaktionen ein: "Wie ihr bestimmt denken könnt, war das Ganze nur ein Aprilscherz", gesteht er einleitend, ehe er betonte, dass er die Kommentare "spannend" fand. Er selbst könne diesen Gegenwind "in der heutigen Zeit gar nicht nachvollziehen".

Preuss wollte mit dem Scherz ein Zeichen setzen

Bei RTL verteilte er Rosen. Am Ende ging er ohne Frau aus der Sendung. (Archiv)
Bei RTL verteilte er Rosen. Am Ende ging er ohne Frau aus der Sendung. (Archiv)  © TVNow

Was er jedoch mit dem Beitrag erreichen wollte, diese Antwort lässt nicht lange auf sich warten: "Mit dem Post wollte ich Folgendes", erklärt Preuss. Er habe im Freundes- und Bekanntenkreis viele Schwule, die ihm im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen sind. Diese müssten ihre Sexualität vor Hatern, Freunden, Kollegen verstecken. 

"Wir leben in einer Demokratie. Jeder Mensch ist Mensch, jeder Mensch kann frei sein. Jeder kann tun und lassen, was er möchte. Jeder kann lieben, wen er möchte", spricht er sich in Form. 

"Und das wollte ich mit dem Post eben wiedergeben." Dann zählt er kurz seine beruflichen und sportlichen Erfolge auf und wie ungewöhnlich in diesen Bereichen Homosexuelle wären. "Ich will jeden ermutigen, dass er sein Leben durchzieht, so wie er möchte." Und er liebe alle Menschen. Gut, außer Kandidatinnen in RTL-Shows, wie es aussieht. Aber wir wissen, was er versucht zu sagen.

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Ziemlich viel Message hinter diesem Witz, den man sonst eher von Viertklässlern erwartet. Bleibt jedoch die Frage, ob das auch wirklich seine Absicht war. Hätte es dieses flammende Plädoyer zur freien sexuellen Entfaltung in dieser Form auch gegeben, wenn  "Lol, ich feier' dich. Bussi"-Antworten junger Damen aus dem Wendler'schen Beuteschema die Reaktionen gewesen wären? 

Irgendwie will man nicht so recht daran glauben. Hätte es doch 365 Alternativen gegeben, sich zu engagieren. Ein Posting der Sorte "Ich bin schwul, hihi" am 1. April scheint da jetzt nicht gerade die geeignetste Option, fremde Menschen zu motivieren, den vielleicht mutigsten Schritt ihres Lebens zu wagen. Zumal der Beitrag am Tag darauf wieder entfernt wurde. Sagen wir so: Eine böse Absicht steckte wohl wirklich nicht hinter diesem Aprilscherz. Ein großer Denker jedoch auch nicht.

Titelfoto: Screenshot/Instagram/Sebastian Preuss

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