Halbnackter Handwerker bei "Bares für Rares": Experte findet es übertrieben

Köln – Die Experten bei "Bares für Rares" halten sich, was Wertungen der mitgebrachten Raritäten angeht, meist eher bedeckt. Doch in der Folge vom Mittwoch äußerte sich ein Fachmann unmissverständlich zu einem Sammlerstück.

Gabriele Berges (58) aus Bochum wollte die Skulptur ihres Vaters verkaufen und das Geld in ihre Reisekasse stecken.
Gabriele Berges (58) aus Bochum wollte die Skulptur ihres Vaters verkaufen und das Geld in ihre Reisekasse stecken.  © ZDF/Screenshot/Bares für Rares

Gabriele Berges (58) aus Bochum hat einen Traum: Sie möchte mit ihrer Freundin nach Kanada reisen. Dafür benötigt sie ein wenig Geld und machte sich daher auf den Weg ins Pulheimer Walzwerk bei Köln.

Unter ihrem Arm trug sie eine kleine Statue aus Bronze, die ihr Vater ursprünglich zu seiner Sammlung zählte. Genauer gesagt zeigte die Plastik einen sehr muskulösen, halbnackten Schmied aus dem 19. Jahrhundert.

Moderator Horst Lichter (59) fiel zu Anfang direkt eine Sache auf: "Ist schon fast ein Comic."

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Nicht abwegig, denn die braune Statue mit dem kleinen Kopf lehnte sich in auffälliger Pose nach hinten und ließ den Hammer etwas nachlässig am Körper hängen.

Experte Colmar Schulte-Goltz (47) fand ebenfalls, dass man darin eine Comic-Statue sehen könne, hatte jedoch eigentlich eine ganz andere Meinung dazu: "Aber ich find's nicht witzig. Sagen wir mal so: Ich finde es sehr ernsthaft und ein bisschen übertrieben."

Doch das gute Stück sollte unter den Hammer kommen. Da war sich die Bochumer Kandidatin sicher.

Experte Colmar Schulte-Goltz (47) fand die Plastik zwar beeindruckend gearbeitet, war von ihrer Darstellung allerdings gar nicht begeistert.
Experte Colmar Schulte-Goltz (47) fand die Plastik zwar beeindruckend gearbeitet, war von ihrer Darstellung allerdings gar nicht begeistert.  © ZDF/Screenshot/Bares für Rares

"Bares für Rares"-Experte muss Kandidatin Berges enttäuschen

Der muskulöse Schmied beugt sich leichtfertig nach hinten und präsentiert seinen Körper.
Der muskulöse Schmied beugt sich leichtfertig nach hinten und präsentiert seinen Körper.  © ZDF/Screenshot/Bares für Rares

Schulte-Goltz fing damit an, die Skulptur zu beschreiben: "Es ist die Art, wie sich das ganze so in die Kurve legt. Immer wenn man die Figur dreht, kann man sehen, auf welche dynamischen Ansichten diese Figur kommt."

Dass man den Schmied auch durchaus langweiliger hätte darstellen können, musste dann auch der Fachmann zugeben. Gestaltet wurde der halb bekleidete Mann von Georg Grasegger aus Bayern. Den Bildhauer verschlug es irgendwann nach Köln, wo er 1927 verstarb. Sein Werk, das bei "Bares für Rares" verkauft werden sollte, hatte also schon ein paar Jahre auf dem Buckel.

Doch wie viel Geld könnte der Handwerker wirklich bringen? Die Bochumer Hauswirtschafterin war sich sicher: "Ich weiß, dass unten drunter ein Zettel ist und ich glaube, das ist der Preis."

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Sie hoffte daher auf satte 2500 Euro von den Händlern. Die Illusion nahm Schulte-Goltz ihr jedoch schnell: "1.538 steht dort. Ich glaube, das ist eine Art andere Nummerierung. Für den Preis halte ich es nicht. Ich schätze die Skulptur auf 1000 bis 1100 Euro."

Viel weniger als erwartet. Verkaufen und mit den Händlern "zocken" wollte Berges dennoch.

Symbolik begeistert "Bares für Rares"-Händler

Der auffällig kleine Kopf erinnerte die Experten an den grünen Superhelden Hulk aus den Marvel-Comics.
Der auffällig kleine Kopf erinnerte die Experten an den grünen Superhelden Hulk aus den Marvel-Comics.  © ZDF/Screenshot/Bares für Rares

Auch im Händlerraum sah man sofort einen Comic in dem 100 Jahre alten Schmied. "Mich erinnert das ein bisschen an die Superhelden, an Hulk", entgegnete Steve Mandel (67). "Da gehen viele Leute heute ins Studio für, um so eine Figur zu kriegen."

Auch die anderen Unternehmer sahen Potenzial in dem Muskelmann und boten um die Wette. "Wir wollen sie alle haben. Das ist das Beste, was Ihnen hier passieren kann", machte David Suppes (33) deutlich.

Schlussendlich wanderte die Plastik für 1500 Euro an Kunsthändler Wolfgang Pauritsch (49).

Damit wurde die Maximalschätzung weit übertroffen und Kandidatin Berges hatte einen großen Zuschuss für die Kanada-Kasse erzielt.

Ein Essen für die Freundin, die sie bei der Trödelshow angemeldet hat, werde aber auch noch drin sein, verriet die Bochumerin glücklich.

Welche Raritäten noch auf den Händlertischen landeten, zeigt der TV-Sender online in der ZDF-Mediathek. Die Trödelshow läuft darüber hinaus unter der Woche ab 15.05 Uhr im ZDF.

Titelfoto: Montage: ZDF/Screenshot/Bares für Rares

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