"Hart aber fair": Plasberg verschlägt dieses Corona-Drama fast die Sprache

Köln - Diese Reportage zu Beginn von "Hart aber fair" mit Frank Plasberg (62) war emotional bewegend. Sie ging so nahe, dass auch Frank Plasberg der Übergang in die Moderation des Talks unter dem Titel "Es ist ernst - wie viel Freiheit lässt uns Corona noch?" sichtbar schwer fiel.

Frank Plasberg (62) moderierte am Montagabend "Hart aber fair".
Frank Plasberg (62) moderierte am Montagabend "Hart aber fair".  © Das Erste/Hart aber fair/Screenshot

In der Reportage hatten Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks die Folgen des Coronavirus gezeigt.

Ein Obdachloser, ein Oberarzt, Eltern, Unternehmer, Bestatter und viele weitere kamen zu Wort und zeigten die Folgen der Corona-Pandemie auf ihre Arbeit, ihren Alltag und sie persönlich.

Besonders hart getroffen zeigte sich Senior Alex, den das Besuchsverbot in Seniorenheimen von seiner geliebten Frau trennt.

Seit zwei Tagen durfte er seine an Parkinson erkrankte Frau nicht besuchen. Nach 55 Jahren Ehe.

Er habe das Angebot erhalten, zu ihr zu ziehen. Doch dann müsste er seine Wohnung, seinen Alltag und seine Heimat aufgeben. 

"Was machst du nun?" fragte er in der Reportage bei "Hart aber fair" aus der Leere seines gewohnten Lebens.

"Wir waren immer zusammen, 55 Jahre plus drei, vier Jahre vor der Hochzeit. Wir wohnten im gleichen Stockwerk, waren Nachbarskinder", berichtete er.

Täglich besuche er normalerweise seine Frau, kümmert sich um sie, so gut es eben geht. Er sei der Einzige, den sie noch erkenne. Wenn das Versuchsverbot anhalte, könnte sie ihren Ehemann möglicherweise für immer vergessen.

Senioren wegen Corona-Pandemie isoliert

Senior Alex wegen der Corona-Pandemie zu seiner Frau ins Seniorenheim. Sonst dürfte er sie nicht sehen.
Senior Alex wegen der Corona-Pandemie zu seiner Frau ins Seniorenheim. Sonst dürfte er sie nicht sehen.  © Das Erste/Hart aber fair/Screenshot

Wie viele andere Seniorenheime und Städte auch, wurde Besuchern der Zutritt zunächst beschränkt, jetzt in vielen Seniorenheimen ganz verboten.

So sollen die durch das Coronavirus besonders gefährdete Senioren geschützt werden. Gleichzeitigen verlieren sie den sozialen Kontakt zu Familie, Freunden und Kontakten. Die Liebe durch Abwesenheit, wie sie momentan gefordert wird, trifft Senioren besonders hart.

Am Ende der Reportage bei "Hart aber fair" hatte der Senior Alex seine persönliche Entscheidung getroffen.

Er zog zu seiner Frau in das Seniorenheim. Alleine zu Hause packte er den Koffer. "Im Endeffekt ist das nicht das Wichtigste, ob ich mich eingeengt fühle, oder nicht, sondern das Wichtigste ist, dass ich drüben bei meiner Frau bin."

Und weiter: "Das ich jederzeit zu ihr kann. Das ist das Wichtigste überhaupt."

Bevor er reinging, sagte er laut den Reportern: "Was kann uns schon passieren? Wir hatten ein schönes Leben." Erst nach dieser Reportage begann die eigentliche Diskussionsrunde.

Die ganze Sendung "Hart aber fair" gibt's in der Mediathek.

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Titelfoto: Das Erste/Hart aber fair/Screenshot

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