"Die Ärzte" singen live in den ARD-"Tagesthemen": Band erinnert an Probleme der Kulturbranche

Berlin - "Hier ist das Ärzte Deutsche Fernsehen": Mit diesen Worten eröffnete die Berliner Punk-Band "Die Ärzte" am Freitagabend die "Tagesthemen" in der ARD - und die Musiker hatten gleich eine wichtige Botschaft im Gepäck.

Normalerweise werden die "Tagesthemen" nicht ganz so spektakulär eingeleitet: Am 23. Oktober sagen "Die Ärzte" das Intro der Nachrichten-Sendung.
Normalerweise werden die "Tagesthemen" nicht ganz so spektakulär eingeleitet: Am 23. Oktober sagen "Die Ärzte" das Intro der Nachrichten-Sendung.  © Screenshot/Tagesthemen/NDR/dpa

Zum ersten Mal in der Geschichte der ARD-"Tagesthemen" gab es Live-Musik im Studio zu hören. Mit einem knapp 40 Sekunden langen Mini-Auftritt durfte "die beste Band der Welt" die Sendung eröffnen und Moderator Ingo Zamperoni ankündigen.

Anschließend sprachen die normalerweise eher weniger ernsten Punk-Musiker im Interview dann über ein sehr ernstes Anliegen: Die Berliner Band appellierte an die Politik, in der Corona-Krise die Kulturbranche nicht zu vergessen.

Die Menschen, die in der Musikszene arbeiten, würden in Zeiten von Corona ignoriert, sagte Ärzte-Sänger Farin Urlaub. "Das Problem ist tatsächlich, wir nehmen Kultur als gegeben hin, Kultur ist einfach immer da", so Urlaub.

Dabei falle zu wenig auf, dass Kultur nicht nur kommerziell erfolgreiche Bandmusiker wie sie selbst brauche, sondern einen ganzen Unterbau: Clubbetreiber, sogenannte Roadies, also Technik- und Aufbauhelfer, sowie kleinere Bands, die noch keine Plattenverträge haben. Wenn das wegbreche, sei das ein "langfristiger Schaden".

Schlagzeuger Bela B. berichtete, dass wegen der fehlenden Auftrittsmöglichkeiten in der Krise viele dieser Menschen seit sieben Monaten keine Arbeit hätten. "Wir hoffen, die Politiker dazu zu bringen, diese Branche mit 1,4 Millionen Menschen auch zu sehen."

Zu Corona-Zeiten seien manche Arten von Konzerten "einfach nicht möglich"

Autokonzerte oder Stream-Konzerte spielten für die Band als Überbrückungsmöglichkeit in der Corona-Krise keine Rolle. "Das passt nicht zu uns. Unser Publikum muss sich aneinander reiben", sagt Bela B.

Ihre geplante Tour hatten "Die Ärzte" auf das nächste Jahr verschoben. "Wir müssen uns wahrscheinlich damit abfinden, dass solange Corona so wütet wie jetzt gerade, dass die Art von Konzerten, die wir gerne spielen, einfach nicht möglich sind", sagte Urlaub. 

Für kleinere, weniger bekannte Bands oder Clubbetreiber und die Techniker sei die Situation aber schlimmer. Am Freitag hatten "Die Ärzte" ihr neues Album "Hell" veröffentlicht.

Titelfoto: Screenshot/Tagesthemen/NDR/dpa

Mehr zum Thema TV & Shows:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0