Die Neue in der "Charité": Nina Gummich in der 3. Staffel der Krankenhaus-Serie

Berlin/Dresden/Leipzig - Frischer Wind weht in der "Charité": Die junge Ärztin Dr. Ella Wendt steht ab Dienstag im Mittelpunkt der dritten Staffel der historischen Krankenhaus-Serie. Die Rolle der Medizinerin verkörpert Nina Gummich (30). Die dürfte dem Dresdner Theaterpublikum wohlbekannt sein als Mitglied des Schauspielstudios am Staatsschauspiel.

Engagiert forscht Dr. Ella Wendt neben dem Klinikalltag an der Früherkennung von Krebs.
Engagiert forscht Dr. Ella Wendt neben dem Klinikalltag an der Früherkennung von Krebs.  © ARD/Stanislav Honzik

Die ARD-Serie "Charité" schlägt ein neues Kapitel auf: Die neue Staffel zeigt das Krankenhaus während des Mauerbaus 1961. Blickte die erste Staffel noch auf die Zeit um 1890, erzählte die zweite vom Nationalsozialismus.

Durch diese beabsichtigten Zeitsprünge tauchen in jeder Staffel neue Protagonisten auf - und mit ihnen zwangsläufig neue Schauspieler. Darunter diesmal Nina Gummich.

Die gebürtige Leipzigerin hat bereits vor 20 Jahren erste Schauspielerfahrungen gemacht. Kein Wunder, stammt sie doch aus einer Künstlerfamilie: Ihre Mutter ist die Schauspielerin und Regisseurin Anne-Kathrin Gummich (56), ihr Adoptivvater der Schauspieler Hendrik Duryn (53).

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Der Star der RTL-Comedyserie "Der Lehrer" war es auch, der Ziehtochter Nina Unterricht gab für ihre Bewerbung an der Leipziger Schauspielschule "Felix Mendelssohn Bartholdy", an der Gummich ab 2011 studierte.

Für einen Teil der Leipziger Schauspielschüler ist die praktische Ausbildung am Dresdner Staatsschauspiel vorgesehen, im sogenannten Schauspielstudio. Von 2013 bis 2015 spielte Gummich in Dresden. Acht Produktionen sind für diese Zeit gelistet, darunter etwa das Stück "Fabian" nach Erich Kästner oder die Erfolgsinszenierung "Tschick". Seit 2018 arbeitet sie als freie Film- und Fernsehschauspielerin.

Neue Staffel mit hochaktuellen Themen

Fiktive Hauptfigur (Gummich, r.), reale DDR-Mediziner (v.l.): Kinderärztin Ingeborg Rapoport (Nina Kunzendorf, 49), Serologe Otto Prokop (Philipp Hochmair, 47) und Gynäkologe Helmut Kraatz (Uwe Ochenknecht, 65).
Fiktive Hauptfigur (Gummich, r.), reale DDR-Mediziner (v.l.): Kinderärztin Ingeborg Rapoport (Nina Kunzendorf, 49), Serologe Otto Prokop (Philipp Hochmair, 47) und Gynäkologe Helmut Kraatz (Uwe Ochenknecht, 65).  © ARD/Stanislav Honzik

Für die Leipzigerin ist es nicht das erste Mal, dass sie wie jetzt in "Charité" Teil einer Historien-Produktion war. So spielte sie etwa in "Lotte am Bauhaus" (2019) oder der dritten Staffel der Event-Serie "Babylon Berlin" (2020) mit. Großer Unterschied: Als Dr. Ella Wendt hat sie keine Neben-, sondern ihre erste große Serien-Hauptrolle übernommen.

Durch ihre Augen wirft die Serie nun einen Blick auf die Charité während des Kalten Kriegs. Die ehrgeizige Ärztin Wendt wird nach Berlin versetzt und hofft, sich neben ihrer Arbeit weiter der Krebsforschung widmen zu können. Sie wird konfrontiert mit der DDR-Mangelwirtschaft, mit Mauerbau und Mauertoten.

Um solche historischen Rollen authentisch zu spielen, hat Gummich ein schauspielerisches Geheimnis: "Mein Ziel ist, sehr präsent im Moment zu sein", sagte sie der "teleschau". "Ich versuche immer, den Moment einer Szene voll zu erspüren und ganz dort zu sein."

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Eine Liebesgeschichte hat Ella auch, mit dem Chirurgen Curt Bruncken, gespielt vom Dresdner Franz Hartwig (35). Neben den fiktiven Charakteren wird in "Charité" immer auch das Wirken historischer Mediziner beleuchtet. Nach Robert Koch oder Ferdinand Sauerbruch ist es diesmal die Kinderärztin Ingeborg Rapoport (Nina Kunzendorf, 49). Da es außerdem um Impfstoffe und die Polio-Epidemie geht, ist diese dritte Staffel trotz des historischen Hintergrunds hochaktuell.

Die Serie startet am Dienstag, 20.15 Uhr, im Ersten; die komplette Staffel ist in der ARD-Mediathek verfügbar.

Titelfoto: ARD/Stanislav Honzik

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