Impfpass-Fälscher sieht sich als "Helfer für Ungeimpfte"

Dresden/Leipzig - Ein Piks gegen Corona kostet genau null Euro für alle, eine Fälschung im Impfausweis bis zu 350 Euro. Über gefälschte Corona-Impfausweise berichtet eine Doku im MDR.

MDR-"exactly"-Reporter Marc Zimmer recherchierte über den Handel mit illegalen Impfpässen.
MDR-"exactly"-Reporter Marc Zimmer recherchierte über den Handel mit illegalen Impfpässen.  © MDR/Anton Zirk

Schon über 2000 Fälle illegaler Impfdokumente sind aufgeflogen - die Fallzahlen steigen offenbar rasant.

Wie leicht es ist, an gefälschte Impfpässe zu gelangen, zeigt die MDR-Reportage-Reihe "exactly". Den Machern gelang es sogar, einen professionellen Fälscher zu befragen.

Wie bereits "Report München" in der ARD aufdeckte, belaufen sich die Kosten einer Fälschung auf bis zu 350 Euro. Manche dieser illegalen Dokumente aus dem Netz sind schon für 150 Euro zu haben. Bei größeren Bestellungen gebe es sogar Mengenrabatt.

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"Gefälschte Impfpässe sind spätestens seit Umsetzung der 2G-Regel gefragter denn je", so der Sender. Viele Fälschungen allerdings bleiben unentdeckt - sind sie erst einmal digitalisiert, fallen die gefälschten Daten nicht mehr auf. Auch in Leipzig ist die Polizei auf den Spuren der immer häufiger auftretenden Fälschungen.

Einmal digitalisiert sind gefälschte Impfausweise nicht mehr zu verfolgen

In Brandenburg wurden bisher die meisten Fälle in Zusammenhang mit gefälschten Impfausweisen im September, Oktober und November registriert.
In Brandenburg wurden bisher die meisten Fälle in Zusammenhang mit gefälschten Impfausweisen im September, Oktober und November registriert.  © Sven Hoppe/dpa

Einen gefälschten Impfpass in der Apotheke "legalisieren zu lassen" sei einfach – Apotheker haben kaum eine Chance, diese Fake-Papiere zu erkennen.

Mit dem digitalen Zertifikat auf dem Handy habe man somit auch als Ungeimpfter einen "ganz normalen" Impfausweis. Auch mit dem falschen "gelben Heft" kommt man bei nahezu jeder 2G-Kontrolle durch.

Wieso ist so ein wichtiges Dokument eigentlich so fälschungsanfällig? Wie einfach ist es wirklich, so ein Dokument in einschlägigen Foren und Chatgruppen zu beschaffen? Und was motiviert Menschen, damit zu handeln bzw. die falschen Papiere zu kaufen? Das hinterfragt der MDR in der "exactly“-Doku.

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Die Reporter Marc Zimmer und Anton Zirk treffen einen Impfpass-Fälscher, "der trotz seiner illegalen Geschäfte kein schlechtes Gewissen zeigt" und sich gar als "Helfer für Ungeimpfte" betrachtet.

Höhere Strafen für Täter: SPD, Grüne und FDP wollen für das Fälschen der Blanko-Ausweise und den Besitz harte Strafen. Im Gesetzentwurf ist bis zu zwei Jahren, in Extremfällen fünf Jahre Haft vorgesehen.

TV-Tipp: Zu sehen gibt's "exactly" ab Sonntag, 5. Dezember, 11 Uhr, auf dem YouTube-Kanal "MDR Investigativ" sowie in der ARD Mediathek.

Titelfoto: MDR/Anton Zirk

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