"Hitler-Transe": RTL streicht Nina Queer aus Dschungelshow

Berlin/Köln - Es ist vorbei, bevor es überhaupt begonnen hat: RTL hat Nina Queer (35) vier Tage vor Beginn der Dschungelcamp-Ersatzshow vor die Tür gesetzt. Statt der Berliner Dragqueen wird nun ein anderes TV-Gesicht in den Promi-Knast ziehen.

Die Berliner Dragqueen Nina Queer (35) kommt 2018 zur 53. Verleihung der Goldenen Kamera. (Archivbild)
Die Berliner Dragqueen Nina Queer (35) kommt 2018 zur 53. Verleihung der Goldenen Kamera. (Archivbild)  © Eventpress Golejewski/dpa

"Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen und unserer Haltung, jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierung klar zu verurteilen, können und wollen wir jemanden, der sich selbst 'Hitler-Transe' nennt, keine Plattform in einer Unterhaltungssendung bieten", teilte der Kölner Sender am Montagabend in einen Statement mit.

Und weiter wird in der offiziellen Begründung RTL-Geschäftsführer Jörg Graf zitiert, warum Nina Queer aus dem Kandidatenpool für die Dschungelshow genommen wurde und es zu einem Kandidatenwechsel kam:

"Dies haben wir im entsprechenden Vorgehen bei DSDS klar gezeigt. Hier gibt es keine Grauzone. Wir erkennen Nina Queer als Künstlerin an, aber wer öffentlich solche Begrifflichkeiten wählt, ob als bloße Provokation gedacht oder nicht, dem wollen wir konsequenterweise keine Bühne bieten."

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Hintergrund: Die Buchautorin und Moderatorin hatte sich in den vergangenen Jahren mehrfach Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt gesehen. Als es 2017 zu einem homophoben Angriff auf ein Paar in Berlin-Kreuzberg durch eine fünfköpfige Gruppe aus Jugendlichen kam, wurden erneut kritische Stimmen laut.

Die DJane nahm den Vorfall damals zum Anlass, um in einem Facebook-Posting wutentbrannt die Abschiebung von jugendlichen Tätern mit arabischer Migrationsgeschichte zu fordern: "Sofort abschieben. Ob in Deutschland geboren oder nicht. Wer Stress haben will, für den lässt sich doch bestimmt ein tolles Kriegsgebiet finden."

Auch vonseiten der homosexuellen Community gab es dafür massive Kritik und Queer wurde aufs Schärfte verurteilt. Anschließend distanzierte sich die Entertainerin von ihrer Äußerung und löschte den Beitrag.

"Dann bin ich eben die erste Hitler-Transe, die es gibt, dann nehme ich das so hin", sagte die Provokateurin später in einem Interview mit dem Tagesspiegel und sorgte damit erneut für Aufsehen. "Entweder man ist der Meinung der Masse und wird gefeiert, oder man wird in den sozialen Netzwerken ans Kreuz genagelt."

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Wird statt Nina Queer (35) an der RTL-"Dschungelshow" teilnehmen: Reality-TV-Gesicht und Influencer Sam Dylan (29) geht ins Rennen.
Wird statt Nina Queer (35) an der RTL-"Dschungelshow" teilnehmen: Reality-TV-Gesicht und Influencer Sam Dylan (29) geht ins Rennen.  © Screenshot/Instagram/houseofdylan

Auf dem Instagram-Profil von Daniel Wegscheider, wie die Party-Queen mit bürgerlichen Namen heißt, sind die Fans geteilter Meinung. "Schade, doch nicht dabei", zeigte sich eine Userin traurig. "Scheiß auf RTL. Einfach nur krank, wie man seine Meinung nicht mehr preisgeben darf", wettere ein anderer.

Andere sahen die Schuld eindeutig bei dem 35-Jährigen: "Du bist raus. Zu Recht", "Das war's dann wohl mit der großen Karriere", "Wie es Leute immer wieder schaffen, sich selbst so dermaßen ins Aus zu schießen. Wer solche unüberlegten Aussagen trifft, sollte nie wieder einen Job in der Öffentlichkeit bekommen", urteilen sie knallhart.

Ersatz für die frühere "Frauentausch"-Teilnehmerin ist schon gefunden: Der einstige "Prince Charming"-Kandidat Sam Dylan (29) werde stattdessen im Kampf um das "Goldene Ticket" für Australien bei "Ich bin ein Star - Die große Dschungelshow" mitwirken, bestätigte RTL.

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Die tägliche Live-Sendung mit den Moderatoren Sonja Zietlow (52) und Daniel Hartwich (42) läuft an diesem Freitag um 22.15 Uhr an, das Finale soll am 29. Januar über die Mattscheibe flimmern.

Titelfoto: Eventpress Golejewski/dpa

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