"Fakt ist": Der Streit um die Windkraft

Erfurt - In der neuen Folge der MDR-Talkshow "Fakt ist! aus Erfurt" geht es um das insbesondere in Thüringen zuletzt heiß diskutierte Thema Windenergie.

"Fakt ist! Aus Erfurt" wird moderiert von Dr. Andreas Menzel (*1962, links) und Lars Sänger (42).
"Fakt ist! Aus Erfurt" wird moderiert von Dr. Andreas Menzel (*1962, links) und Lars Sänger (42).  © MDR

Das Diskussionsrad dürfte sich am Montag ordentlich drehen, wenn die Moderatoren Andreas Menzel (*1962) und Lars Sänger (42) ihren Gästen zum Thema Windenergie auf den Zahn fühlen.

In Erfurt geht es unter anderem um die Fragen, nach welchen Kriterien die Vorranggebiete für Windenergie ausgewählt werden, welche Einflussmöglichkeiten Bürger in den anliegenden Kommunen bei der Planung haben - und: wie kann die Bevölkerung von Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft profitieren?

Der Ökonom und Energieforscher Dr. Thure Traber, der einer der Gäste der Sendung sein wird, ist der Meinung, dass in Deutschland nicht zwangsläufig mehr Windräder gebaut werden müssen. Er beruft sich nach Angaben des MDR auf eine Analyse der Energy Watch Group, wonach die Anzahl sogar sinken könnte, da die modernen Anlagen viel mehr Leistung bringen, als die alten.

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Für den Thüringer CDU-Generalsekretär Christian Herrgott (37), der ebenfalls in der Sendung eingeladen ist, ist es den Angaben zufolge der falsche Ansatz, dass die Länder künftig zwei Prozent ihrer Fläche für Windenergie ausweisen müssen. Windräder im Wald seien keine Option.

Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Susanna Karawanskij (42) verweist nach MDR-Angaben auf ihre Aufgabe, für gleichwertige Lebensverhältnisse überall im Freistaat zu sorgen. Es könne nicht sein, dass die Menschen in Südthüringen sich immer auf ihre Waldflächen berufen und deswegen keine Windkraftanlagen bekommen. Auch Karanwskij zählt zu den Gästen der Sendung.

Windräder entlang der Autobahnen und Schienennetze

Windräder sind insbesondere in Thüringen ein Streitthema - vor allem, wenn es um den Wald geht. (Symbolbild)
Windräder sind insbesondere in Thüringen ein Streitthema - vor allem, wenn es um den Wald geht. (Symbolbild)  © Christian Charisius/dpa

Gerade in Thüringen sorgte das Thema Windenergie zuletzt für mächtig Wirbel. Nicht nur, weil die AfD-Fraktion wohl die CDU-Pläne gemeinsam mit der FDP-Gruppe im Landtag unterstützt und die rot-rot-grüne Landesregierung somit überstimmt hätten.

Nein, auch der Inhalt der Pläne sorgte mitunter für Aufsehen: Windräder sollen mindestens einen Kilometer Abstand zu Wohnhäusern haben. Das sollte gesetzlich festgeschrieben werden.

Wegen sich zuletzt anbahnender Kompromisse zwischen CDU-Fraktion und Landesregierung wurde mehrheitlich beschlossen, die Abstimmung hierzu zu vertagen. Doch der viel zitierte "Windfrieden" steht vorerst auf keinem festen Fundament.

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Die CDU-Fraktion preschte dieser Tage mit einem Energiekonzept voran. An der Abstandsregelung hält man hier grundsätzlich fest. Zudem sollen die Flächen entlang der Autobahn und Schienennetze für Windräder genutzt werden.

Man ist auch der Ansicht, dass die notwendige Fläche für Windräder in Thüringen unter einem Prozent der Landesfläche liegen wird. In dem Energie-Papier bezieht man sich hierbei auf wissenschaftliche Studien.

Voigt: "Dadurch verbrauchen wir weniger Fläche"

Die CDU-Fraktion um ihren Vorsitzenden Mario Voigt (45) hat dieser Tage mit ihrem "Energie-Plan für Thüringen" auf sich aufmerksam gemacht. (Archivbild)
Die CDU-Fraktion um ihren Vorsitzenden Mario Voigt (45) hat dieser Tage mit ihrem "Energie-Plan für Thüringen" auf sich aufmerksam gemacht. (Archivbild)  © Michael Reichel/dpa

"Entlang der Autobahnen und Schienennetze liegt viel ungenutztes Flächenpotential, das wir für Photovoltaik und Windenergie nutzen wollen. Dadurch verbrauchen wir weniger Fläche, halten den Abstand von 1000m zur Wohnbebauung ein und belasten auch nicht unsere Wälder und Natur", teilte der Thüringer CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Voigt (45) am Samstag via Facebook und Instagram mit.

Über das Energiepotenzial alter und neuer Anlagen sowie den CDU-Vorschlag dürfte am Montag wohl auch gesprochen werden.

Gäste der Sendung sind:

  • Susanna Karawanskij (42, Linke), Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft
  • Christian Herrgott (37), CDU-Generalsekretär in Thüringen
  • Holger Mann (43, SPD) Bundestagsabgeordneter aus Leipzig
  • Dr. Thure Traber, Energieforscher
Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Susanna Karawanskij (42), ist am Montag in "Fakt ist" zu Gast. (Archivbild)
Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Susanna Karawanskij (42), ist am Montag in "Fakt ist" zu Gast. (Archivbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die neue Folge "Fakt ist! Stadt, Land, Bund – Der Streit um die Windkraft" gibt es am Montag ab 20.15 Uhr im Live-Stream auf mdr.de/fakt-ist und um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen zu sehen. Zudem befindet sich die Folge nach der Ausstrahlung ein Jahr lang in der ARD-Mediathek.

Titelfoto: MDR

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